Der Antiziganismus-Beauftragte der Bundesregierung, Brand, hat am heutigen Welt-Roma-Tag die Notwendigkeit einer stärkeren Anerkennung und Wertschätzung der Sinti und Roma betont. In seiner Erklärung wies er darauf hin, dass die Geschichte dieser ethnischen Gruppen von jahrhundertelanger Verfolgung und Diskriminierung geprägt ist. Trotz der Fortschritte in der gesellschaftlichen Akzeptanz seien Vorurteile und Diskriminierung gegen Sinti und Roma nach wie vor weit verbreitet.
Brand machte deutlich, dass die Anerkennung der kulturellen Identität der Sinti und Roma von zentraler Bedeutung sei. „Es ist an der Zeit, dass wir die Vielfalt und die Beiträge dieser Gruppen zur Gesellschaft anerkennen“, sagte er. Er forderte die Gesellschaft auf, sich aktiv gegen Antiziganismus einzusetzen und die Lebensrealitäten der Sinti und Roma sichtbar zu machen.
Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2022 sind Sinti und Roma in Deutschland nach wie vor mit erheblichen Vorurteilen konfrontiert. Viele Menschen in Deutschland hätten nur unzureichende Kenntnisse über die Kultur und die Geschichte dieser Gruppen, was zu einer fortdauernden Stigmatisierung führe. Brand appellierte an die Bildungseinrichtungen, die Geschichte der Sinti und Roma in den Lehrplänen zu verankern, um ein besseres Verständnis und mehr Respekt zu fördern.
Der Welt-Roma-Tag, der jährlich am 8. April gefeiert wird, dient dazu, auf die Rechte und die Lebenssituation der Sinti und Roma aufmerksam zu machen. Er wurde 1971 ins Leben gerufen und wird weltweit begangen. In Deutschland finden an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt, die auf die Belange der Sinti und Roma hinweisen.
Brand betonte, dass die Bundesregierung die Anliegen der Sinti und Roma ernst nehme und sich für deren Rechte einsetzen werde. In den letzten Jahren seien verschiedene Initiativen gestartet worden, um die Integration und Teilhabe der Sinti und Roma in der Gesellschaft zu fördern. Dennoch sei noch viel zu tun, um die bestehenden Vorurteile abzubauen und eine gleichberechtigte Teilhabe zu gewährleisten.
Zusammenfassend forderte Brand eine umfassende gesellschaftliche Anstrengung, um die Lebensbedingungen der Sinti und Roma zu verbessern und deren kulturelle Identität zu respektieren. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft wertgeschätzt wird“, so Brand abschließend.



