Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:26 DE / UKR / EN

Min Aung Hlaing wird Präsident von Myanmar nach fünf Jahren Militärherrschaft

Der Militärführer Min Aung Hlaing wurde zum Präsidenten von Myanmar ernannt, fünf Jahre nach dem Putsch, der ein brutales Bürgerkrieg entfesselte. Diese Ernennung könnte die bestehenden Konflikte im Land weiter verschärfen.

Min Aung Hlaing wird Präsident von Myanmar nach fünf Jahren Militärherrschaft
Bild: static.dw.com

Min Aung Hlaing, der Führer der myanmarischen Junta, hat sich zum Präsidenten ernannt, fünf Jahre nach dem Putsch, der das Land in einen brutalen Bürgerkrieg gestürzt hat. Seine Wahl durch ein militärfreundliches Parlament hat internationale Besorgnis ausgelöst und könnte die Lage im Land weiter destabilisieren.

Analysten kritisieren die Wahl als inszeniert und erwarten, dass die Ernennung wenig an der tatsächlichen Machtverteilung ändert. Hlaing hat bereits während seiner Herrschaft als Militärführer eine harte Linie gegen die Zivilbevölkerung und die Opposition verfolgt. Dies könnte die anhaltenden Auseinandersetzungen und das Leiden der Bevölkerung verschärfen.

Die Militärregierung plant zudem die Schaffung eines neuen Gremiums, das sowohl die militärische als auch die zivile Verwaltung überwachen soll. Diese Maßnahme wird als Versuch gewertet, Hlaings Kontrolle über die Streitkräfte zu festigen, während er gleichzeitig den Anschein einer zivilen Regierung wahrt. Experten warnen davor, dass solche Schritte die Chancen auf Frieden und Stabilität im Land erheblich verringern könnten.

Die internationale Gemeinschaft hat Hlaings Ernennung scharf verurteilt und fordert eine Rückkehr zur Demokratie. Die anhaltenden Kämpfe und die humanitäre Krise in Myanmar sind Ausdruck der tiefen Spaltung, die der Putsch hinterlassen hat. Die Situation bleibt angespannt und es ist unklar, ob es bald zu einer politischen Lösung kommen wird.

In Anbetracht der anhaltenden Gewalteskalation und der repressiven Maßnahmen der Junta bleibt die Frage offen, wie lange die internationale Gemeinschaft tatenlos zusehen kann. Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die Zukunft Myanmars und die Möglichkeit, einen Dialog zwischen den Konfliktparteien zu initiieren.