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Pompeji-Opfer mit Künstlicher Intelligenz rekonstruiert

Italienische Forscher haben erstmals Künstliche Intelligenz genutzt, um das Aussehen und die letzten Momente eines Opfers des Vesuvausbruchs in Pompeji zu rekonstruieren.

Pompeji-Opfer mit Künstlicher Intelligenz rekonstruiert
Bild: bilder.deutschlandfunk.de

Wie der Deutschlandfunk berichtet, haben italienische Wissenschaftler erstmals Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um das Aussehen und die letzten Momente eines Opfers des verheerenden Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus in Pompeji zu rekonstruieren. Der Archäologiepark veröffentlichte ein mit KI erstelltes Bild, das einen Mann zeigt, der geduckt rennt und ein Gefäß über den Kopf hält.

Die Rekonstruktion basiert auf den Überresten eines Opfers, das bei den Ausgrabungen in Pompeji gefunden wurde. Mithilfe von Algorithmen und maschinellem Lernen analysierten die Forscher die Körperhaltung, die Knochenstruktur und die Umgebung, um ein möglichst genaues Bild der letzten Sekunden des Menschen zu erstellen. Das Ergebnis zeigt einen Mann in einer Schutzpose, der offenbar versuchte, sich vor der herabfallenden Asche und den glühenden Gesteinsbrocken zu schützen.

Der Einsatz von KI in der Archäologie ist ein relativ neuer Ansatz, der es ermöglicht, aus fragmentarischen Funden detaillierte Informationen zu gewinnen. Bisher waren Rekonstruktionen oft auf künstlerische Interpretationen oder aufwändige manuelle Analysen angewiesen. Die italienischen Forscher nutzten nun eine Kombination aus 3D-Scans, historischen Daten und KI-Modellen, um die Haltung und das Erscheinungsbild des Opfers zu simulieren.

Die Veröffentlichung des Bildes durch den Archäologiepark Pompeji stieß auf großes Interesse in der Fachwelt. Experten betonen, dass solche Rekonstruktionen nicht nur das Verständnis der Katastrophe vertiefen, sondern auch einen emotionalen Zugang zu den Schicksalen der Menschen bieten. Der Mann auf dem Bild sei vermutlich ein Bewohner Pompejis gewesen, der in den letzten Augenblicken seines Lebens versuchte, sich mit einem Gefäß zu schützen – ein Detail, das die Dramatik der Situation unterstreiche.

Die Methode könnte künftig auch auf andere Funde angewendet werden, um weitere Opfer des Vesuvausbruchs oder anderer historischer Katastrophen zu rekonstruieren. Die Forscher planen, ihre Ergebnisse in einer Fachzeitschrift zu veröffentlichen und die KI-Technologie weiterzuentwickeln, um noch präzisere Darstellungen zu ermöglichen.

Der Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. zerstörte die römischen Städte Pompeji und Herculaneum und forderte tausende Todesopfer. Die Ascheschichten konservierten viele Körper in ihren letzten Positionen, was später Abdrücke hinterließ, die von Archäologen ausgegossen wurden. Die neue KI-Rekonstruktion ergänzt diese traditionellen Methoden um eine digitale Perspektive.