Wie der Guardian berichtet, wurde Rachel Reeves am Freitag während eines Interviews an einer Tankstelle in Leeds von einem Mann lautstark beschimpft. Der Fahrer eines mit englischen Flaggen geschmückten Lieferwagens rief unter anderem „Keir Starmer raus“ und „Nigel Farage, komm schon“. Reeves reagierte gelassen, aber deutlich: „Ich liebe unser Land, und eines der Dinge an unserem Land sind gute Manieren. Nicht sehr britisch.“
Die Schatzkanzlerin war vor Ort, um die Aussetzung einer geplanten Erhöhung der Kraftstoffsteuer zu verkünden. Der Zwischenrufer, der sich als Anhänger der rechtspopulistischen Reform UK zu erkennen gab, setzte seine Beschimpfungen auch nach dem Bezahlen an der Kasse fort. Reeves witzelte anschließend, der Mann habe offenbar ihre Ankündigung zur Kraftstoffsteuer nicht gehört.
Unterstützung erhielt Reeves von unerwarteter Seite: Der konservative Mel Stride verteidigte ihre Reaktion. Stride, der für die Conservative Party im Schattenkabinett sitzt, stellte sich damit gegen den Tonfall des Reform-UK-Anhängers. Nigel Farage, Vorsitzender von Reform UK, hingegen erklärte, er würde dem Mann gern ein Bier ausgeben.
Der Vorfall unterstreicht die zunehmend aggressive politische Stimmung in Großbritannien. Reform UK, die Partei des Brexit-Aktivisten Nigel Farage, hat in Umfragen zuletzt deutlich zugelegt und liegt mittlerweile gleichauf mit den Konservativen. Die Partei setzt auf eine harte Anti-Establishment-Rhetorik und attackiert vor allem die Labour-Regierung unter Keir Starmer.
Quelle: www.theguardian.com



