So., 07 Juni 2026 Berlin 00:32 DE / UKR / EN

Radioaktive Banknote an polnisch-ukrainischer Grenze entdeckt

Polnische Grenzschützer haben bei einer ukrainischen Staatsbürgerin eine 100-Dollar-Banknote mit extrem erhöhter Radioaktivität sichergestellt. Die Strahlung lag nach Angaben der Behörden um das 1905-fache über dem zulässigen Grenzwert.

Radioaktive Banknote an polnisch-ukrainischer Grenze entdeckt
Bild: images.unian.net

Wie die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN exklusiv berichtet, haben polnische Grenzbeamte an der Grenze zu Polen eine ukrainische Staatsbürgerin gestoppt, die versuchte, eine radioaktiv kontaminierte Banknote ins Land zu bringen. Die Frau wurde demnach nicht nach Polen eingelassen.

Bei der sichergestellten Banknote handelt es sich um einen 100-Dollar-Schein. Messungen der polnischen Grenzschutzbehörde ergaben, dass die Strahlenbelastung der Banknote den zulässigen Normwert um das 1905-fache überstieg. Nach Angaben von UNIAN, die sich auf Informationen der polnischen Behörden beruft, wurde die ukrainische Reisende an der Grenzkontrollstelle einer Routinekontrolle unterzogen, bei der die erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde.

Die genauen Umstände, wie die Banknote kontaminiert wurde oder woher sie stammt, sind bisher nicht bekannt. Die polnischen Grenzschützer leiteten die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ein und nahmen den Fund sicher. Eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes erklärte gegenüber UNIAN: 'Derartige Vorfälle sind äußerst selten, werden aber mit höchster Priorität behandelt, um die Sicherheit an den EU-Außengrenzen zu gewährleisten.' Die ukrainische Frau wurde zurückgewiesen, weitere Details zu ihrer Person oder möglichen Konsequenzen wurden nicht mitgeteilt.

Experten weisen darauf hin, dass radioaktive Kontaminationen bei Banknoten in der Vergangenheit vereinzelt aus ehemaligen Sperrgebieten oder durch unsachgemäße Handhabung radioaktiver Materialien aufgetreten sind. Die Europäische Union (EU) hat strenge Grenzwerte für radioaktive Belastung festgelegt, deren Überschreitung sofortige Maßnahmen erfordert.

Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung der radiologischen Kontrollen an den EU-Außengrenzen, die seit Jahren standardmäßig durchgeführt werden. In der Vergangenheit waren ähnliche Fälle etwa in Belarus oder Russland dokumentiert worden, wo kontaminierte Banknoten aus der Zeit nach der Tschernobyl-Katastrophe im Umlauf gewesen sein sollen.

Die polnischen Behörden haben die Untersuchungen aufgenommen, um die Herkunft der Banknote und den Kontaminationsweg zu klären. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch den Einzelfall wird nach aktueller Einschätzung nicht angenommen, da die Banknote umgehend sichergestellt wurde.

Die zuständigen Stellen in der Ukraine wurden über den Vorfall informiert, eine Stellungnahme der ukrainischen Grenzschutzbehörde steht jedoch noch aus. UNIAN zufolge handelt es sich um den ersten derartigen Fall in diesem Jahr an der polnisch-ukrainischen Grenze. Die Zusammenarbeit zwischen polnischen und ukrainischen Grenzbehörden wurde in den letzten Jahren intensiviert, unter anderem im Rahmen von EU-Programmen zur Grenzsicherung.

Der Vorfall zeigt, dass trotz moderner Kontrolltechnologien unerwartete Risiken an Grenzübergängen auftreten können. Die polnischen Grenzschützer betonten in ihrer Mitteilung, dass alle Reisenden weiterhin zu erhöhter Aufmerksamkeit auf mitgeführte Gegenstände aufgefordert sind.