Die Angriffe richteten sich gegen Energieanlagen, darunter das Wasserkraftwerk Trypillja, das Heizkraftwerk TEC-5, das Wasserkraftwerk Krementschuk sowie Umspannwerke in mehreren Regionen. Auch Dnipro, Saporischschja, Krementschuk und weitere Städte standen unter Beschuss.
Gegen 3:00 Uhr setzten die russischen Streitkräfte ballistische Raketen aus der Region Brjansk und aus südlicher Richtung ein. Rund um 4:40 Uhr folgte eine Welle von Marschflugkörpern, nach 5:00 Uhr meldeten die Luftstreitkräfte eine weitere ballistische Welle auf Kyjiw. Kurz darauf waren in der Stadt Explosionen zu hören. Entwarnung gab es in Kyjiw erst gegen 7 Uhr morgens.
Treffer in mehreren Stadtteilen
Die beiden Todesopfer wurden nach Mitteilung der Kyjiwer Stadtmilitärverwaltung im Stadtteil Darnyzja getroffen. Zuvor hatte die Verwaltung gemeldet, dass dort vermutlich eine Rakete eine Garagengenossenschaft in Brand gesetzt habe, ein weiterer Einschlag habe auf freiem Gelände gelegen. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete zudem von Einschlägen in mehreren weiteren Stadtteilen: im Bezirk Obolon auf dem Gelände einer Nichtwohnbebauung, im Bezirk Podil in Lagerräumen und im Bezirk Schewtschenko auf einem Areal neben einem Nichtwohngebäude.
In der Stadt Pryluky in der Region Tschernihiw traf nach lokalen Berichten eine Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus. In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigen das zerstörte Gebäude, unter den Trümmern könnten sich Menschen befinden. Offizielle Angaben der Behörden lagen zunächst nicht vor. In Krementschuk wurden nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung der Region Poltawa, Witalij Djakowytsch, mehrere Wohnhochhäuser beschädigt, zudem sei ein Industriebetrieb im Rajon Krementschuk getroffen worden. Angaben zu Verletzten werden noch geprüft.
In Saporischschja griff Russland nach Angaben des amtierenden Leiters der regionalen Militärverwaltung, Mychajlo Semikin, aus der Luft ein Objekt der Verkehrsinfrastruktur an. Welches Objekt betroffen war, teilte er nicht mit, wies aber darauf hin, dass der Verkehr auf einigen Straßenabschnitten eingeschränkt sein könnte. Informationen über Verletzte lagen nicht vor. Der Leiter der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, meldete einen Angriff auf einen Industriebetrieb in Dnipro; Angaben zu Verletzten würden noch geklärt.
Der vorangegangene russische Raketenangriff auf die Hauptstadt hatte in der Nacht zum 30. September stattgefunden. Damals griff Russland kombiniert mit Raketen und Drohnen an, ein Kind starb, weitere Menschen wurden verletzt. Seit über einem Monat attackiert Russland Kyjiw täglich mit Drohnen und zielt dabei auf Energieanlagen, Brücken und Infrastruktur.
Quelle: www.bbc.com



