Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:06 DE / UKR / EN

Santos legt Narrabri-Gasprojekt auf Eis und fokussiert Beetaloo

Der australische Santos wird sein umstrittenes Gasprojekt in Narrabri (New South Wales) vorerst nicht weiterverfolgen. Wie der Guardian berichtet, erklärte CEO Kevin Gallagher gegenüber Investoren, das Unternehmen werde „keine Anstrengungen“ in das Vorhaben stecken, solange ausstehende Genehmigungen fehlten.

Santos legt Narrabri-Gasprojekt auf Eis und fokussiert Beetaloo
Bild: i.guim.co.uk

Santos-CEO Kevin Gallagher hat in einem Investorengespräch klargestellt, dass der Konzern das umstrittene Narrabri-Gasprojekt im Nordwesten von New South Wales vorerst nicht aktiv vorantreiben werde. Wie der Guardian berichtet, sagte Gallagher, man werde „kein Kapital ausgeben oder Anstrengungen auf diesem Weg unternehmen“, solange die erforderlichen Genehmigungen nicht vorlägen. Stattdessen priorisiere Santos die Erkundung im Beetaloo-Becken im Northern Territory, wo das Unternehmen eine Ausbauoffensive verfolgt.

Gallagher zufolge habe eine strategische Überprüfung ergeben, dass Santos-Reserven im Osten Queenslands und im Browse-Becken vor Westaustralien „herabgestuft“ werden sollten. Das Narrabri-Projekt solle erst 2027 einer „weiteren Prüfung“ unterzogen werden, nachdem die Bewertung der Beetaloo-Reserven abgeschlossen sei. Gegner des Narrabri-Projekts fordern Santos auf, das Vorhaben endgültig zu beerdigen. „Sie sollen endlich den Stecker ziehen und alle nicht länger hinhalten“, sagte ein Sprecher der Umweltschutzorganisation Lock the Gate Alliance dem Guardian.

Das Narrabri-Projekt ist seit Jahren Gegenstand heftiger Kontroversen. Umweltschützer und Anwohner kritisieren die geplante Erschließung von Kohleflözgas (Coal Seam Gas) wegen möglicher Grundwasserverschmutzung und Treibhausgasemissionen. Die Regierung von New South Wales hatte dem Vorhaben 2020 unter Auflagen zugestimmt, doch fehlen noch mehrere behördliche Genehmigungen. Santos hatte ursprünglich geplant, in Narrabri bis zu 850 Gasbohrungen zu setzen und damit den ost-australischen Gasmarkt zu versorgen.

Quelle: www.theguardian.com