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Saporischschja: 20 Tote nach russischem Luftangriff

Die Zahl der Toten nach dem russischen Luftangriff auf Saporischschja ist auf 20 gestiegen, darunter drei Kinder. 18 Menschen wurden verletzt, die Rettungsarbeiten dauern an.

Saporischschja: 20 Tote nach russischem Luftangriff
Grafik: EuroPulse

Die Zahl der Toten nach dem russischen Luftangriff auf Saporischschja ist auf 20 gestiegen, darunter drei Kinder. 18 Menschen wurden verletzt, die Rettungsarbeiten dauern an.

Das teilte der staatliche Katastrophenschutz der Ukraine (DSNS) am Samstag, 10. Oktober, mit. 18 Menschen wurden verletzt, unter ihnen ebenfalls drei Kinder. Rettungskräfte befreiten drei Menschen aus den Trümmern, Psychologen des DSNS betreuten 35 Anwohner. Die Bergungsarbeiten dauern an.

Am Morgen des 10. Oktober hatten russische Streitkräfte nach Angaben der ukrainischen Behörden ein fünfstöckiges Wohnhaus in Saporischschja mit gelenkten Gleitbomben angegriffen. Zunächst war von acht Toten die Rede, später von 17, ehe der DSNS die Zahl am Samstag auf 20 korrigierte.

Ein Angriff, der auf ein Abkommen folgt

Der Angriff fällt auf den Tag, nachdem US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben ein Abkommen zum Kauf russischen Diesels angekündigt hatte. Trump schrieb am Freitag, Russland werde sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel liefern, im November weitere 500.000 Tonnen und danach eine Million Tonnen. Weitere drei Millionen Tonnen sollten „innerhalb kurzer Zeit“ folgen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte am Samstag auf der Plattform X mit den Worten: „Heute hat Russland seinen Dank für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte ausgedrückt, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abgeworfen hat.“ Jede Lockerung des Drucks verstehe Moskau als Erlaubnis, weiterzukämpfen und weiter Bomben auf Städte zu werfen. „Russlands Wahl ist Krieg“, schrieb Selenskyj später auf Telegram. Jeder zusätzliche Milliardenbetrag, den Russland durch Exporte einnehme, finanziere Waffenbauteile, Drohnen-Upgrades, Raketenproduktion und die Anwerbung von Söldnern. Moskau werde erst stoppen, wenn seine Fähigkeit zu kämpfen schwinde.

Selenskyj erklärte, die Ukraine koordiniere Schritte, um den zusätzlichen Einnahmen Russlands entgegenzuwirken. Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron habe er über die Stärkung der Luftverteidigung gesprochen und vor einem erhöhten Risiko weiterer Raketenangriffe in den kommenden Tagen gewarnt. Auch mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb habe er die Lage erörtert. In den kommenden Tagen solle die Ukraine Munition für die F-16-Kampfflugzeuge erhalten, mit denen sie Shahed-Drohnen abfängt.

Angriffe auch auf Kyjiw und andere Regionen

Am Samstag schlugen nach Angaben der Behörden auch Raketen in Kyjiw ein. Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, vier Menschen seien verletzt worden. Die Angriffe auf die Hauptstadt erfolgten am helllichten Tag. Insgesamt, so die ukrainische Seite, seien in den vergangenen vier Tagen mehr als 60 Menschen durch russische Bombardements getötet worden. Russland und die Ukraine befinden sich seit mehr als viereinhalb Jahren im Krieg; an der Front gibt es kaum Bewegung, dafür einen intensiven Luftkrieg über weite Distanz.

Die Angriffe auf Saporischschja sind Teil einer Serie. Bereits am 20. September hatten russische Drohnen die Stadt getroffen; nach Angaben des DSNS wurden zwei neunstöckige Wohnhäuser beschädigt, ein Einkaufszentrum brannte, acht Menschen wurden verletzt. Ein Gebäude der Nationalen Universität Saporischschja, errichtet 1902, wurde schwer beschädigt. Am 10. August hatte ein russischer Gleitbombenangriff nach Angaben des Leiters der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fedorow, mindestens 26 Menschen verletzt, darunter drei Kinder. Die Stadt steht damit seit Monaten immer wieder unter Beschuss.

Anmerkung der Redaktion: Die Angaben zu Opferzahlen stammen vom ukrainischen Katastrophenschutz und können sich mit fortschreitenden Bergungsarbeiten ändern. Die Einschätzung, dass der Diesel-Deal Russlands Angriffsfähigkeit stärkt, stammt von Präsident Selenskyj; unabhängige Bestätigungen dafür liegen nicht vor.

Zuvor berichtet: Saporischschja: Acht Tote nach Bombenangriff, darunter drei Kinder

Quellen

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