Der frühere britische Tony Blair hat sich für eine Abkehr von der Klimaneutralität und eine verstärkte Öl- und Gasförderung in der Nordsee ausgesprochen. Energieexperten bezeichnen diese Position als gefährlichen Rückschlag für das Vereinigte Königreich, wie der Guardian berichtet.
Ed Matthew, Großbritannien-Programmdirektor der Denkfabrik E3G, nannte Blairs Intervention „bizarr“. Er verwies auf die derzeitige Hitzewelle im Mai, die schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen, sowie auf die Iran-Krise, die erneut die enormen Kosten von Öl und Gas vor Augen führe.
„Saubere Energie ist günstigere Energie – sie schützt unsere Rechnungen vor Preisexplosionen, ihre Betriebskosten sind nahezu null, und sie verursacht keinen Klimawandel, der den wirtschaftlichen Zusammenbruch droht“, so Matthew. Er forderte die Regierung auf, Blairs „ideologischen Unsinn“ zu ignorieren und sich auf das zu konzentrieren, was funktioniere.
Die Experten argumentieren, dass eine Abkehr von der Klimaneutralität und zusätzliche Bohrungen in der Nordsee der britischen Wirtschaft nicht helfen würden. Stattdessen drohten höhere Energiekosten und eine größere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, was die Energiepreise für die Bürger weiter in die Höhe treiben könnte.
Blair, der von 1997 bis 2007 Premierminister war, hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach zu klimapolitischen Themen geäußert. Seine aktuellen Vorschläge stoßen jedoch auf breite Ablehnung in der Fachwelt, die auf die wachsende Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien verweist.
Quelle: www.theguardian.com



