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Ex-Soldat Lunin: Polizei sucht nach ihm

Der ehemalige Frontsoldat Alexander Lunin forderte ein Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin über den Krieg in der Ukraine. Stattdessen sucht nun die Polizei nach ihm, da er vorerst verschwunden ist.

Ex-Soldat Lunin: Polizei sucht nach ihm
Bild: tagesspiegel.de

Alexander Lunin, ein ehemaliger Frontsoldat, hat öffentlich ein Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin über den Krieg in der Ukraine gefordert. Stattdessen ist die russische Polizei nun auf der Suche nach ihm, wie die Oppositions-Website „Medusa“ unter Berufung auf Lunins Ehefrau Tatjana berichtet.

Die Polizei führte eine nächtliche Durchsuchung in Lunins Unterkunft im Dorf Lisinowka in der Region Woronesch durch, konnte ihn jedoch nicht antreffen. Alle elektronischen Geräte in seinem Haus wurden beschlagnahmt. Lunins Ehefrau Tatjana erklärte, dass ihr nicht bekannt sei, wo sich ihr Mann derzeit aufhalte, da er am Vortag in Richtung Moskau abgereist sei.

In einem Video, das in Russland große Aufmerksamkeit erregte, äußerte Lunin, dass er Putin bei einer Live-Audienz die „ganze Wahrheit über das, was bei uns im Land passiert“, sagen müsse. Er kritisierte, dass Soldaten an der Front von ihren Vorgesetzten ausgebeutet, gequält und verheizt würden. „Wenn ich nicht in Kürze neben Ihnen live im Fernsehen auftrete, dann richtet die Armee ihre Waffen auf den Kreml“, drohte er.

Das Video wurde innerhalb kurzer Zeit etwa zehn Millionen Mal aufgerufen und erhielt Hunderttausende Likes. Die Kritik an der russischen Kriegsführung wird zunehmend lauter, auch innerhalb der eigenen Truppe, was Moskau dazu zwingt, darauf zu reagieren.

Der Kreml hat von Lunins Video und seiner Forderung nach einem Gespräch mit Putin Kenntnis genommen. Dmitri Peskow, der Sprecher des Kremls, bestätigte am Freitag auf Nachfrage von Journalisten, dass man sich die Situation zunächst ansehen müsse. In der Regel wird Kritik an der Kriegsführung in Russland mit drastischen Sanktionen belegt.

Quelle: www.tagesspiegel.de