Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, räumte Schäden an den Produktionsanlagen eines Unternehmens ein, nannte jedoch keine Details zur dortigen Fertigung. Nach seinen Angaben wurden mindestens zehn Menschen verletzt. Er sprach von schnellen Flugobjekten, womit vermutlich die Marschflugkörper gemeint waren. Mehrere lokale Brände seien gelöscht worden, Wohngebäude seien nicht betroffen gewesen.
In der Fabrik Titan-Barrikady werden nach Medienberichten Komponenten für die Iskander, Jars und Topol-M hergestellt, die prinzipiell auch Atomsprengköpfe tragen können. Zudem soll das Werk an der Produktion der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt sein, die als schwer abwehrbar gilt und im gesamten Krieg erst dreimal eingesetzt wurde.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat sie ihre Angriffe auf strategisch wichtige Ziele im russischen Hinterland verstärkt – meist mit Drohnen, mehrfach auch mit den selbst entwickelten Marschflugkörpern Flamingo. Rüstungsbetrieben und Militäreinrichtungen zielen die Ukrainer auch auf Anlagen der Ölindustrie. Am Freitag hatte die russische Verwaltung auf der besetzten ukrainischen Halbinsel Krim wegen der Angriffe den Ausnahmezustand ausgerufen.
Quelle: www.spiegel.de



