Die Ukraine hat nach Angaben ihres Verteidigungsministers Jewhenij Chmara wieder eine stabile Verbindung zu den Satellitenkommunikationssystemen Starlink und Starshield des US-Unternehmens SpaceX. „Die Verbindung ist stabil“, sagte Chmara am Samstag vor Journalisten; die Überwachungssysteme des Verteidigungsministeriums registrierten wieder normale Geschwindigkeiten von über 400 Kilometern pro Stunde, berichtet der französische Nachrichtensender France 24. Zuvor hatte die Führung in Kyjiw über Tage eine Drosselung beklagt.
Die Einschränkungen waren laut France 24 erstmals am 14. Oktober gemeldet worden; Angaben aus Kyjiw zufolge waren die Verbindungsgeschwindigkeiten auf etwa 160 Kilometer pro Stunde oder weniger gesunken. Das habe die Fähigkeit der Ukraine beeinträchtigt, russische Angriffsdrohnen abzufangen, und die Kommunikation an der Front gestört. Die Wiederherstellung sei „vor allem wichtig für unsere Front, für unsere Soldaten, für den Einsatz von Drohnen, für Logistik und für Kommunikation“, erklärte Chmara laut tagesschau.de.
Ob der Dienst vollständig wiederhergestellt ist, teilte das Verteidigungsministerium laut France 24 nicht mit. Weder SpaceX-Chef Elon Musk noch die US-Regierung haben nach Angaben des Senders die Verantwortung für die Drosselung übernommen; beide hätten öffentlich erklärt, eine solche Entscheidung könne nur der jeweils andere getroffen haben. Reuters hatte berichtet, der Befehl zur Drosselung von Starshield sei aus dem Weißen Haus gekommen. US-Präsident Donald Trump sagte am Freitag, falls die Probleme mit dem Starlink-Zugang in der Ukraine fortbestünden, werde er „das in Ordnung bringen“.
Unterdessen griffen die ukrainischen Streitkräfte in der Nacht eine petrochemische Anlage in der russischen Stadt Toljatti an, wie der ukrainische Generalstab auf Telegram mitteilte. Der Angriff habe eine Explosion und ein Feuer ausgelöst. In Toljatti sitzen der Autobauer Awtowas mit seiner Marke Lada und der Ammoniak-Hersteller Togliattiazot. Zudem bestätigte der Generalstab einen Angriff auf das Werk von Proton-Electrotex in der Stadt Orjol, einem Hersteller optoelektronischer Ausrüstung.
Nach Angaben des Gouverneurs der Region Orjol, Andrej Klytschkow, kamen bei dem ukrainischen Raketenangriff auf eine Anlage in Orjol drei Menschen ums Leben. Auf der von Russland besetzten Krim kam es nach einem ukrainischen Angriff den russischen Behörden zufolge zu Strom- und Wasserausfällen. Der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, erklärte auf Telegram, es seien Einschränkungen bei der Versorgung mit beidem verhängt worden.



