Für Pendler in Bayern beginnt die Woche mit massiven Behinderungen. Der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat zu einer zweitägigen Warnstreikwelle im öffentlichen Personennahverkehr aufgerufen, die den Verkehr in mehreren Städten zum Erliegen bringen wird.
Der Streik beginnt am Dienstag, dem 17. März 2026, und erreicht am Mittwoch, dem 18. März, seinen Höhepunkt. Besonders hart trifft es die Landeshauptstadt München, wo die Mitarbeiter der städtischen Verkehrsbetriebe MVG die Arbeit niederlegen. In der Folge fallen von Mittwoch, 11:00 Uhr, bis zum Beginn des Frühverkehrs am Freitag, dem 20. März, nahezu alle U-Bahnen, Straßenbahnen und städtischen Buslinien mit den Nummern bis 199 aus.
„Wir fordern bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr“, erklärte Verdi München in einer Stellungnahme gegenüber dem Telegram-Kanal „МОЙ ДОМ МЮНХЕН“. Die aktuellen Tarifverhandlungen seien festgefahren, weshalb der Druck durch Arbeitsniederlegungen erhöht werden müsse. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. März angesetzt.
Nicht vom Streik betroffen sind dagegen die S-Bahn, Regionalzüge und Busse privater Anbieter. Sie sollen planmäßig verkehren und könnten daher stark überlastet sein. Reisende sollten sich auf erhebliche Verspätungen und Gedränge einstellen.
Die MVG rät Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über ihre digitalen Kanäle zu informieren. In der MVGO-App und auf mvg.de zeigen farbige Indikatoren den aktuellen Betriebszustand an: Grün steht für pünktliche Fahrten, Rot signalisiert Verspätungen und Schwarz bedeutet Ausfall. Allerdings warnt das Unternehmen, dass sich die Lage kurzfristig ändern kann und selbst vorab geplante Verbindungen später ausfallen könnten.
Der Streik beschränkt sich nicht auf München. Auch in Nürnberg, Augsburg, Passau, Bayreuth, Bamberg, Regensburg, Landshut und Dachau sind ähnliche Arbeitsniederlegungen angekündigt. Verdi spricht von einer bayernweiten Aktion, die möglicherweise auch auf andere Teile Deutschlands übergreifen könnte.
Für die vielen Pendler in der Metropolregion München bedeutet das konkret: Wer kann, sollte auf alternative Verkehrsmittel umsteigen oder Homeoffice-Regelungen nutzen. Autofahrer müssen sich auf deutlich vollere Straßen einstellen. Die zwei Streiktage werden den Verkehrsfluss in der gesamten Region spürbar beeinträchtigen.
Die Gewerkschaft setzt mit dem Timing bewusst auf maximale Wirkung. Ein Streik über zwei Werktage trifft den Nahverkehr an neuralgischen Punkten und erhöht den Druck auf die Arbeitgeberseite. Ob die Strategie aufgeht, wird sich bei den nächsten Verhandlungen zeigen. Bis dahin bleibt den Bürgern nur, die aktuellen Meldungen von Verdi und den Verkehrsbetrieben zu verfolgen und viel Geduld mitzubringen.



