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Französischer Superträger bekommt dritte Katapult

Frankreichs neuer Flugzeugträger PANG wird mit drei statt zwei elektromagnetischen Katapulten ausgestattet. Diese Aufrüstung verdoppelt die tägliche Einsatzfähigkeit und macht das Schiff zum leistungsstärksten in Europa.

Französischer Superträger bekommt dritte Katapult
Bild: images.unian.net

Frankreichs nächster Flugzeugträger wird deutlich mehr Kampfflugzeuge pro Tag starten können als bisher geplant. Mit drei elektromagnetischen Katapulten statt der ursprünglich vorgesehenen zwei steigt die tägliche Einsatzrate auf bis zu 60 Flugzeuge – eine Verdopplung der Kapazität.

Das Projekt PANG (Porte-Avions de Nouvelle Génération) erhält damit eine unerwartete Aufwertung noch vor dem Baubeginn. Die zusätzliche EMALS-Katapultanlage, über die das französische Militärportal Zone Militaire zuerst berichtete, verändert die operative Reichweite des künftigen Flaggschiffs grundlegend.

Bisherige europäische Träger wie die französische Charles de Gaulle oder britische Queen-Elizabeth-Klasse kommen mit deutlich geringeren Startraten aus. Die dritte Katapultstrecke macht den PANG nicht nur zum größten, sondern auch zum leistungsfähigsten Kriegsschiff europäischer Bauart.

Praktisch bedeutet die Aufrüstung mehr Flexibilität bei Einsätzen. Selbst wenn eine Katapultanlage ausfällt, bleiben zwei weitere voll einsatzbereit. Für die Marine reduziert sich das Risiko technischer Ausfälle während kritischer Operationen.

Die elektromagnetischen Systeme gelten als schonender für Flugzeugzellen als traditionelle Dampfkatapulte. Sie ermöglichen präzisere Starts bei unterschiedlichen Wetterbedingungen und verbrauchen weniger Energie. Für die Besatzung bedeutet das weniger Wartungsaufwand zwischen den Einsätzen.

Frankreich positioniert sich mit dieser Entscheidung strategisch neu. In einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen signalisiert Paris damit maritime Stärke und technologische Unabhängigkeit. Der PANG soll die Charles de Gaulle ab 2038 ersetzen und für mindestens vier Jahrzehnte im Dienst bleiben.

Die Aufstockung der Katapulte kommt allerdings nicht ohne Kosten. Die EMALS-Technologie, ursprünglich aus den USA entwickelt, treibt die Projektkosten weiter in die Höhe. Experten fragen sich, ob das Verteidigungsbudget diese Mehrausgaben langfristig tragen kann.

Für die europäische Sicherheitsarchitektur könnte der verstärkte Träger dennoch wichtig werden. Frankreich übernimmt damit eine führende Rolle in der maritimen Verteidigung der EU – gerade als andere Mitgliedstaaten ihre Marinekapazitäten ausbauen.

Die ersten Bauarbeiten am PANG sollen in wenigen Jahren beginnen. Bis dahin wird die französische Marine die technischen Spezifikationen weiter verfeinern. Sicher ist bereits jetzt: Europas nächster Superträger wird mehr Feuerkraft besitzen als je ein europäisches Kriegsschiff zuvor.