Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:23 DE / UKR / EN

Wegner unter Druck: Neue Vorwürfe nach Berliner Stromausfall

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sieht sich mit neuen Vorwürfen zu seinem Krisenmanagement beim Stromausfall im Januar konfrontiert. Diesmal geht es um die Frage, ob er über sein Arbeitspensum vor einem umstrittenen Tennisspiel die Unwahrheit gesagt hat.

Wegner unter Druck: Neue Vorwürfe nach Berliner Stromausfall
Bild: Tagesschau

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht erneut wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Nach dem mehrtägigen Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf im Januar wirft ihm die Opposition jetzt vor, falsche Angaben zu seinem Arbeitspensum gemacht zu haben.

wies der Regierende Bürgermeister am Dienstag zurück.

Regierende Bürgermeister am

Der CDU-Politiker musste bereits vor Wochen einräumen, am ersten Tag der Krise mittags Tennis gespielt zu haben. Jetzt geht es um die Stunden davor: Kritiker bezweifeln Wegners Darstellung, er habe vor dem Sporttermin intensiv gearbeitet. Diese Vorwürfe wies der Regierende Bürgermeister am Dienstag auf der Senats-Pressekonferenz zurück.

Die Debatte trifft Wegner in einer sensiblen Phase. Der Stromausfall hatte tausende Haushalte im Berliner Südwesten tagelang lahmgelegt und die Verwundbarkeit der städtischen Infrastruktur offengelegt. Für viele Betroffene war die Krise ein echter Härtetest – und die Erwartungen an die politische Führung entsprechend hoch.

Nun konzentriert sich die Diskussion nicht mehr nur auf die Frage, ob ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen sollte. Sie dreht sich auch darum, wie transparent die Kommunikation über die tatsächliche Arbeitsbelastung war. Die Senatskanzlei wies gegenüber der Nachrichtenagentur dpa darauf hin, Wegner habe in dem fraglichen Zeitraum gearbeitet.

Die neuen Vorwürfe kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Berlins Energieversorgung bleibt ein neuralgisches Thema, und das Vertrauen in die Krisenfestigkeit der Stadt ist nach dem Januar-Vorfall angekratzt. Für Wegner geht es dabei um mehr als persönliche Glaubwürdigkeit – es geht um die Frage, wie Berlin künftig mit ähnlichen Notlagen umgehen will.

Die Opposition nutzt die Gelegenheit, grundsätzliche Fragen zum Führungsstil zu stellen. Dabei zeigt der Fall exemplarisch, wie in modernen Krisen nicht nur die Sacharbeit, sondern auch die Wahrnehmung politischen Handelns an Bedeutung gewinnt. Für die Berlinerinnen und Berliner bleibt am Ende eine einfache Frage: Können sie sich im nächsten Ernstfall auf ihre Stadtregierung verlassen?