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Angela Merkel: „Männermordende Merkel ist aus meiner Sicht vollkommen haltlos“

Angela Merkel äußert sich in einem Interview mit dem „Focus“ zu den Herausforderungen der schwarz-roten Koalition und weist Vorwürfe zurück, sie habe Männer aus dem Weg geräumt. Die Altkanzlerin spricht über ihre Erfahrungen in der Politik und das Verhältnis zu ihrem Nachfolger Friedrich Merz.

Angela Merkel: „Männermordende Merkel ist aus meiner Sicht vollkommen haltlos“
Bild: img.wiesbadener-kurier.de

In einem aktuellen Interview mit dem „Focus“ hat Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin, Verständnis für die Herausforderungen der schwarz-roten Koalition geäußert. Sie betonte, dass ein Kanzler mit Gegenwind leben müsse und wies den Vorwurf zurück, sie habe Männer wie Friedrich Merz „eiskalt“ aus dem Weg geräumt.

Frage: Frau Merkel, wie sehen Sie die aktuelle Situation der schwarz-roten Koalition?

Antwort: Ich habe Verständnis für das Ringen um Reformen. Es ist eine herausfordernde Zeit, und jeder Kanzler muss sich mit Widerstand auseinandersetzen.

Frage: Sie wurden als „männermordende Merkel“ bezeichnet. Was halten Sie von diesem Vorwurf?

Antwort: Den empfinde ich als absurd, muss ich ganz ehrlich sagen. Männer werfen andauernd Männer aus der Bahn, und wenn jetzt eine Frau das tut, dann redet man von der „männermordenden Merkel“. Das ist aus meiner Sicht vollkommen haltlos.

Frage: Was denken Sie über die Erfahrungen von Frauen in der Politik?

Antwort: Das zeigt, dass es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Erfahrung mit Frauen in solchen Wettbewerben gegeben hat. Wer in ein hohes Amt will, muss Auswahlprozesse durchlaufen, bei denen nie alle glücklich sind.

Frage: Sie haben 2002 den Fraktionsvorsitz der CDU/CSU-Fraktion von Friedrich Merz übernommen. Wie war das für Sie?

Antwort: Es war eine schwierige Entscheidung, da ich gegen seinen Willen antrat. Merz zog sich aus der Politik zurück und hat erst später wieder den CDU-Vorsitz übernommen.

Frage: Wie schätzen Sie das Verhältnis zu Friedrich Merz ein?

Antwort: Das Verhältnis gilt als angespannt, trotz Annäherungsversuchen. Ich vermeide es, meinem Nachfolger direkt zu widersprechen.

Frage: Merz sagte, kein Bundeskanzler habe so viel aushalten müssen wie er. Was denken Sie darüber?

Antwort: Ich bin an die Sache immer so rangegangen, dass ich für mich gesagt habe: Du musst damit leben. Deutschland hat eine starke Justiz, und in einem demokratischen Land muss man Gegenwehr aushalten.

Frage: Was halten Sie von Merz‘ Äußerung über den Iran und die USA?

Antwort: Ich will nicht einzelne Wortwahlen benennen. Der Bundeskanzler sagt das, was er sagt, und seine Worte stehen da einfach mal jetzt im Raum.

Frage: Wie sehen Sie den Kanzlerstil von Friedrich Merz im Vergleich zu Ihrem?

Antwort: Jeder Kanzler hat seinen eigenen Stil. Ich habe mich an das gehalten, was ich von Helmut Kohl gelernt habe. Entscheidend ist, was hinten rauskommt.

Abschließend äußerte sich Merkel zu den Herausforderungen, die jeder Kanzler bewältigen muss, und betonte die Wichtigkeit von Stabilität und Kontinuität in der Politik.