Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:58 DE / UKR / EN

Demokraten legen Wahlanalyse vor: Gaza und Bidens Alter fehlen

Die Demokratische Partei der USA hat eine 192-seitige Analyse ihrer Wahlniederlage von 2024 veröffentlicht. Progressive Abgeordnete kritisieren, dass der Bericht weder den Gaza-Krieg noch das Alter von Joe Biden erwähnt.

Demokraten legen Wahlanalyse vor: Gaza und Bidens Alter fehlen
Bild: i.guim.co.uk

Die Demokratische Partei der USA hat am Donnerstag eine 192-seitige Analyse ihrer Wahlniederlage von 2024 veröffentlicht. Wie der Guardian berichtet, konzentriert sich der Bericht auf Wählergruppen, die Kamala Harris verloren hat – Latinos, Männer und ländliche Wähler. Der Gaza-Krieg und das Alter von Joe Biden werden nicht erwähnt.

Ken Martin, Vorsitzender des Democratic National Committee (DNC), entschuldigte sich bei Parteimitgliedern dafür, dass er die Analyse zunächst zurückhalten wollte. „Der Bericht entspricht nicht meinen Standards, und er wird auch nicht Ihren Standards entsprechen“, sagte Martin laut Guardian.

Progressive Stimmen kritisieren Auslassungen

Die New Yorker Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez nannte es „ziemlich unglaublich, dass Gaza nicht einmal im Autopsiebericht erwähnt wird“. Sie sagte, Gaza sei „sehr klar eine große Dynamik und ein großer Strang im Jahr 2024“ gewesen. Der kalifornische Abgeordnete Ro Khanna erklärte: „Einer der Gründe, warum wir verloren haben, ist unser Blankoscheck für Israel und Netanjahu, während sie in Gaza Völkermord begingen.“

Der Bericht selbst warnt die Partei davor, sich zu sehr auf „abstrakte Themen und Identitätspolitik“ zu konzentrieren. „Harris hat das ländliche Amerika aufgegeben, in der Annahme, dass städtische und vorstädtische Ränder das ausgleichen würden“, heißt es darin. „Die Rechnung geht nicht auf.“

Hintergrund und politische Folgen

Die Veröffentlichung erfolgte, nachdem die Entscheidung, den Bericht zurückzuhalten, parteiintern für Empörung gesorgt hatte. Parallel dazu sagten die Republikaner im Repräsentantenhaus eine für Donnerstag geplante Abstimmung über eine Kriegsvollmachten-Resolution zur Beendigung des US-Kriegs mit dem Iran ab. Die drei führenden Demokraten im Repräsentantenhaus – Hakeem Jeffries, Katherine Clark und Pete Aguilar – bezeichneten die Absage als „feige“.

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Quelle: www.theguardian.com