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Vertrauenskrise der Regierung: Warum nur 13 Prozent Merz noch zutrauen

Nur 13 Prozent der Deutschen sind mit der Bundesregierung zufrieden, Kanzler Friedrich Merz verliert rasant an Rückhalt. Eine Analyse über verspieltes Vertrauen und die Frage, wie es zurückgewonnen werden kann.

Vertrauenskrise der Regierung: Warum nur 13 Prozent Merz noch zutrauen
Bild: Tagesschau

Wie die Tagesschau berichtet, sind nur noch 13 Prozent der Menschen in Deutschland mit der Bundesregierung zufrieden. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird einer aktuellen Umfrage zufolge immer unbeliebter. Die Zahlen werfen die Frage auf, warum das Vertrauen in die Politik so schnell schwindet – und ob es sich überhaupt zurückgewinnen lässt.

Merz selbst hatte noch im Wahlkampf einen anderen Ton angeschlagen. Auf einer Veranstaltung im Münchner Löwenbräukeller kurz vor der Bundestagswahl rief er: „Links ist vorbei“ und versprach, wieder Politik für die Mehrheit der Menschen zu machen – für jene, „die gerade denken kann“ und „nicht für irgendwelche grünen und linken Spinner“. Der Saal feierte ihn dafür. Heute, ein Jahr nach Amtsantritt, wirkt die Stimmung gekippt.

Kommunikationsfehler und gebrochene Versprechen

In der Talkshow von Caren Miosga zog Merz kürzlich Bilanz und sprach über Kompromisse. „Was mir manchmal fehlt, ist die grundsätzliche Bereitschaft anzuerkennen, dass unsere Demokratie auf Kompromiss aufgebaut ist“, sagte der Kanzler. Doch genau dieser Spagat zwischen Wahlkampf-Rhetorik und Regierungsalltag scheint vielen Bürgern schwer verdaulich. Merz selbst hat inzwischen Kommunikationsfehler eingeräumt – etwa seinen Auftritt beim Katholikentag, der von Protesten begleitet wurde.

Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), dienstälteste Bundestagsabgeordnete und frühere Kulturstaatsministerin, sieht die Ursache tiefer. „Vertrauen braucht glaubwürdige Politik“, sagte sie der Tagesschau. Die Leute würden nicht vergessen, wenn im Wahlkampf viel versprochen werde – „und am Tag nach der Wahl gilt das alles nicht mehr“. Sie vermisst vor allem Respekt. Auch die Vorgängerregierung, die Ampelkoalition, sei nicht unschuldig: „Die Kommunikation zum Heizungsgesetz war ein Fehler von Robert Habeck.“ Das einzugestehen, sei nicht schwach, sondern werde von den Leuten verstanden.

Gegenstimme: Ist der Vertrauensverlust hausgemacht?

Eine alternative Lesart lautet, dass der Vertrauensverlust weniger mit einzelnen Fehlern zu tun hat als mit einem strukturellen Problem: Politiker aller Parteien neigten dazu, im Wahlkampf überzogene Erwartungen zu wecken, die sie später nicht einlösen könnten. Roth selbst erinnert sich an ihre Zeit als Grünen-Chefin, als sie unter Druck stand, immer sofort eine Meinung zu haben. „Wo ich dann nicht irgendwas dahergeredet habe“, sagte sie. Manchmal habe sie geantwortet: „Ich weiß die Antwort nicht.“ Diese Ehrlichkeit sei selten, aber wertvoll.

Die Frage bleibt, ob Merz das Ruder noch herumreißen kann. Die Umfragewerte deuten darauf hin, dass die Bürger nicht nur konkrete Ergebnisse vermissen, sondern auch einen authentischen Stil. Der Kanzler steht vor der Herausforderung, seine kompromisslose Wahlkampf-Rhetorik mit den Zwängen einer Koalition zu versöhnen – und dabei das Vertrauen zurückzugewinnen, das er innerhalb eines Jahres verspielt hat.

EuroPulse berichtete am 20. Mai 2026 über die Regierungsbefragung im Bundestag, bei der SPD-Chef Lars Klingbeil und Fraktionsvize Hubertz Rede und Antwort standen (https://europulse.today/regierungsbefragung-klingbeil-hubertz-bundestag/).

Quelle: Tagesschau