Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:21 DE / UKR / EN

SPD diskutiert über Umgang mit AfD nach Albig-Vorstoß

Nach einer Aussage des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig diskutiert die SPD über den Umgang mit der AfD. Albig hatte empfohlen, die Partei solle Minderheitsregierungen in Betracht ziehen, die von der AfD toleriert werden.

SPD diskutiert über Umgang mit AfD nach Albig-Vorstoß
Bild: bilder.deutschlandfunk.de

Wie der Deutschlandfunk berichtet, hat die SPD-interne Debatte über den Umgang mit der AfD neuen Auftrieb erhalten. Auslöser ist eine Aussage des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig, der seiner Partei empfahl, Minderheitsregierungen in Betracht zu ziehen, die von der AfD toleriert werden. Damit stellt Albig die sogenannte Brandmauer infrage, die eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei bislang ausschließt.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) und SPD-Chef Lars Klingbeil haben sich bislang nicht öffentlich zu Albigs Vorstoß geäußert. In der Partei stößt der Vorschlag jedoch auf breite Ablehnung. Kritiker befürchten, dass eine Tolerierung durch die AfD die Glaubwürdigkeit der SPD untergräbt und die Brandmauer faktisch einreißt. Albig selbst hatte seine Position mit der schwierigen Regierungsbildung in mehreren Bundesländern begründet.

Die Debatte zeigt das grundsätzliche Dilemma der SPD: In Umfragen liegt die AfD in mehreren ostdeutschen Ländern vorn, sodass klassische Koalitionen ohne sie immer schwieriger werden. Gleichzeitig ist ein offenes Bündnis mit der AfD für alle etablierten Parteien ausgeschlossen. Albigs Vorschlag zielt darauf ab, zumindest eine indirekte Duldung zu ermöglichen, um handlungsfähige Regierungen zu bilden.

EuroPulse berichtete am 23. Mai 2026 über Albigs Empfehlung an die SPD, eine Zusammenarbeit mit der AfD zu prüfen (Ex-Ministerpräsident Albig empfiehlt SPD Zusammenarbeit mit AfD).

Quelle: www.deutschlandfunk.de