Die Entscheidung Kiews, eine Militäreinheit mit dem Titel „Helden der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA)“ auszuzeichnen, hat die historischen Spannungen mit Polen wieder aufleben lassen. In Polen wird die UPA mit Massakern an polnischen Zivilisten während des Zweiten Weltkriegs in Wolhynien und Ostgalizien in Verbindung gebracht, bei denen Zehntausende ums Leben kamen.
Befürworter der Ehrung argumentieren, der Streit dürfe die aktuelle Zusammenarbeit beider Länder gegen Russlands Angriffskrieg nicht überschatten. Kritiker hingegen sehen in dem Disput ein Hindernis für eine engere Partnerschaft. Ukrainische Verteidiger der UPA weisen die Gleichsetzung der Bewegung mit Kriminalität zurück und betonen ihren Charakter als Unabhängigkeitskampf.
Der Konflikt zwischen Polen und der Ukraine um die historische Bewertung der UPA schwelt seit Jahrzehnten. Während Kiew die Aufständischen als Freiheitskämpfer gegen die sowjetische Herrschaft würdigt, verlangt Warschau eine klare Distanzierung von den Kriegsverbrechen. Die jüngste Ehrung fällt in eine Zeit, in der beide Länder angesichts der russischen Aggression auf enge politische und militärische Kooperation angewiesen sind.
Quelle: www.kyivpost.com



