In der Nacht zum 8. Juni hat das iranische Regime erstmals Israel angegriffen, ohne dass Israel zuvor den Iran angegriffen hatte. Die Islamische Republik begründete die Raketenangriffe nicht mit der Verteidigung des eigenen Territoriums, sondern mit israelischen Angriffen auf Beirut. Zugleich drohte Israel mit weiteren Schlägen, sollte es seine Angriffe im Libanon fortsetzen oder auf die iranischen Raketen reagieren.
Damit macht das iranische Regime den Libanon zum eigenen Kriegsgrund und verschiebt die Logik der Konfrontation. Der Iranexperte der Zeit, Omid Rezaee, sieht darin ein Symptom des „neuen Egos des Iran“. Der Angriff sei ein markanter Punkt einer veränderten iranischen Politik, die nun offensiv agiere, ohne auf einen direkten Angriff zu warten.
Der Vorfall markiert eine neue Eskalationsstufe im Nahen Osten. Bisher hatte der Iran seine Angriffe stets als Reaktion auf israelische oder US-amerikanische Aktionen dargestellt. Nun agiert Teheran erstmals präventiv und macht die Unterstützung seiner Verbündeten zum offiziellen Kriegsgrund.
Quelle: www.zeit.de



