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KI und Arbeit: Warum die Angst vor Jobverlust übertrieben ist

Viele junge Menschen nutzen KI täglich, fürchten aber um ihre Jobs. Eine Kolumne argumentiert, dass die Sorge vor dem Verschwinden ganzer Berufsfelder die menschliche Sehnsucht nach sinnvoller Arbeit übersieht.

KI und Arbeit: Warum die Angst vor Jobverlust übertrieben ist
Bild: images.handelsblatt.com

Die Generation Z ist die erste, die Künstliche Intelligenz (KI) so selbstverständlich nutzt wie frühere Generationen das Telefon oder das Internet. Hausaufgaben, Bewerbungen, Referate – alles wird der KI überlassen. Gleichzeitig wächst die Furcht vor genau diesem Werkzeug. Rund vier von zehn jungen Erwachsenen geben in Umfragen an, dass KI ihnen Sorgen bereitet, obwohl mehr als die Hälfte sie regelmäßig verwendet. Das ist ein Widerspruch, den der Handelsblatt-Kolumnist Thomas Prüfer in seinem aktuellen Beitrag aufgreift.

Die Angst vor dem Verschwinden ganzer Berufe

Seit Monaten geistern Prognosen durch die Medien, nach denen KI ganze Berufsfelder auslöschen könnte. Besonders betroffen wären ausgerechnet jene Tätigkeiten, die lange als sichere Jobs galten: Sachbearbeitung, Verwaltung, Dokumentation, Terminplanung und Datenerfassung. Das Weltwirtschaftsforum erwartet bis 2030 die stärksten Rückgänge in Verwaltungs- und Assistenzberufen. Prüfer stellt jedoch die Frage, ob diese Entwicklung wirklich so bedrohlich ist, wie sie scheint.

Der Traum von sinnvoller Arbeit

Der Kolumnist erinnert daran, dass kaum ein Kind davon träumt, später acht Stunden am Excel-Tabellen zu pflegen oder in einer Videokonferenz die Zusammenfassung einer anderen Videokonferenz zu besprechen. Die Berufswünsche von Kindern sind meist konkret: Feuerwehrfrau, Tierpfleger, Försterin, Rettungssanitäter, Erzieherin oder Polizist. Menschen möchten Dinge tun, die nach Leben aussehen – sie möchten helfen, bauen, retten, pflegen, unterrichten oder Tiere versorgen. Die KI könnte genau diese Sehnsucht nach sinnvoller Arbeit befördern, indem sie die stupiden Routineaufgaben übernimmt.

Prüfers These: Die KI versteht zwar alles über die Arbeit, aber nicht das Wichtigste – den menschlichen Wunsch nach Erfüllung und Bedeutung. Statt die Jobverlust-Angst zu schüren, sollte die Debatte vielmehr fragen, wie KI den Weg zu mehr sinnstiftender Tätigkeit ebnen kann.

Quelle: www.handelsblatt.com