Abdullah Ibrahim, der berühmte südafrikanische Jazzpianist und Komponist, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Präsident Cyril Ramaphosa gab den Tod des Musikers bekannt und berief sich dabei auf Informationen aus der Familie. Ibrahim sei nach kurzer Krankheit friedlich im Kreise seiner Liebsten eingeschlafen, berichteten südafrikanische Medien.
Der Musiker, der in Kapstadt geboren wurde und zuletzt in Bayern lebte, hinterlässt ein bedeutendes musikalisches Erbe. Seine Musik prägte Generationen und war ein kraftvolles Statement gegen Rassismus. Ibrahim spielte 1994 bei der Amtseinführung von Nelson Mandela, was seine Rolle als kulturelle Ikone unterstreicht.
Ramaphosa würdigte Ibrahim und sagte: „Er hat unser Leben mit seiner musikalischen Begabung und seinem Einsatz für eine bessere Welt bereichert. Möge seine Seele in Frieden ruhen.“ Ibrahim war bekannt für seine sorgfältig konzipierten Auftritte und seine Fähigkeit, das Publikum zu begeistern.
Die Lebensgefährtin des Musikers, Marina Umari, erklärte, dass Südafrika und sein Volk immer in Ibrahims Herzen gewesen seien. „Wo immer er sich befand, seine Liebe zu seiner Heimat war unerschütterlich“, so Umari. Ibrahim, der ursprünglich als Adolph Johannes Brand geboren wurde, trat lange unter dem Künstlernamen Dollar Brand auf, bevor er sich nach seiner Bekehrung zum Islam Abdullah Ibrahim nannte.
Seine Musik vereinte Elemente der südafrikanischen Tradition mit Jazz und machte ihn zu einer wichtigen Stimme in der Anti-Apartheid-Bewegung. Sein Stück „Mannenberg“ gilt als inoffizielle Hymne gegen die Apartheid und brachte ihm große Bekanntheit.
In den späten 1990er Jahren begleitete Ibrahim die NDR Bigband auf ihrem Weg zum Spitzenorchester. Für Juli und Oktober hatte er bereits Konzerte geplant, die nun nicht mehr stattfinden werden.
Quelle: www.ndr.de



