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Fachkräftemangel in Deutschland sinkt wegen Konjunkturschwäche

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat sich seit 2022 mehr als halbiert. Grund ist laut KfW-Bank jedoch nicht ein größeres Angebot an Arbeitskräften, sondern die schwache Konjunktur.

Fachkräftemangel in Deutschland sinkt wegen Konjunkturschwäche
Bild: tagesspiegel.de

Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die KfW-Bank berichtet, ist der Fachkräftemangel in Deutschland seit seinem Höhepunkt vor knapp vier Jahren deutlich zurückgegangen. Im zweiten Quartal 2026 gaben nur noch 21 Prozent der Unternehmen an, durch fehlende Fachkräfte beeinträchtigt zu sein. Im dritten Quartal 2022 lag dieser Anteil noch bei 49,7 Prozent.

Die Entspannung ist jedoch nicht auf ein größeres Angebot an qualifizierten Arbeitskräften zurückzuführen, sondern auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche. Unternehmen, vor allem in der Industrie, stellen wegen sinkender Nachfrage, hoher Energiekosten und internationalem Konkurrenzdruck weniger Personal ein. In der Industrie berichteten zuletzt nur noch 14 Prozent der Betriebe von Personalmangel.

KfW-Chefökonom Dirk Schumacher erklärte, der Rückgang sei vor allem der schwachen Konjunktur geschuldet. Sobald sich die Wirtschaft erhole, werde das Problem voraussichtlich zurückkehren. Besonders betroffen bleiben Branchen mit stabiler Nachfrage wie das Bauhauptgewerbe, wo knapp ein Drittel der Betriebe Engpässe meldet. Auch im Dienstleistungssektor liegt der Anteil bei 25 Prozent, besonders in der Rechts- und Steuerberatung, im Verkehr, in der Gastronomie sowie bei Architektur- und Ingenieurbüros.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leiden überdurchschnittlich: Im April 2026 meldeten 22 Prozent der Mittelständler Einschränkungen, bei Großunternehmen waren es 19,3 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe klagten 18,3 Prozent der KMU über Fachkräftemangel, aber nur acht Prozent der Großbetriebe. Schumacher mahnte, bei Gegenmaßnahmen nicht nachzulassen und nannte Ausbildung, lebenslanges Lernen, höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie gezielte Fachkräfteeinwanderung als Stellschrauben.

Quelle: www.tagesspiegel.de