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Nato-Chef Rutte: US-Streichpläne für Europas Verteidigung treten sofort in Kraft

Die USA setzen ihre Kürzungspläne für die Verteidigung Europas umgehend um. Nato-Generalsekretär Mark Rutte forderte die Europäer vor dem Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel auf, die Lücken zu schließen.

Nato-Chef Rutte: US-Streichpläne für Europas Verteidigung treten sofort in Kraft
Bild: Tagesschau

Die Streichungen des US-Militärs bei der gemeinsamen Verteidigungsplanung der Nato sind ab sofort wirksam. Das bestätigte Generalsekretär Mark Rutte vor einem Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel. Die Europäer müssten nun einspringen, um die entstehenden Lücken in der Abschreckung zu füllen.

Rutte betonte, dass es sich bei den Kürzungen um Anpassungen im Rahmen des sogenannten Force Model handele – einem Planungsinstrument, das festlegt, welches Land im Krisenfall welche Kräfte bereitstellt. Im Kriegsfall würden alle Bündnispartner, einschließlich der USA, weiterhin maximale militärische Anstrengungen unternehmen. Dennoch sei es notwendig, dass Europa stärker werde.

Pistorius bittet um mehr Zeit

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte kurz zuvor um einen geordneten Übergang gebeten. „Im Großen und Ganzen werden wir vieles kompensieren können, aber wir brauchen etwas mehr Zeit“, sagte er vor dem Treffen. Die Nato-Partner waren am 22. Mai über den Umfang des US-Rückzugs aus dem Force Model informiert worden. Die Details unterliegen der Geheimhaltung, betreffen aber unter anderem Kampfflugzeuge und Drohnen.

Rutte zeigte sich zuversichtlich, dass die Verbündeten die Lücken schließen könnten: „Wir sind bereit, willens und in der Lage.“ Nach Einschätzung von ARD-Korrespondentin Tina Hassel könnten etwa Kanada und das Vereinigte Königreich einen Großteil des Bedarfs an Kampfflugzeugen auffangen. Schwieriger werde es bei Drohnen, wo die USA über besondere Fähigkeiten verfügen.

Vorbereitung auf den Nato-Gipfel

Das Treffen der Verteidigungsminister dient der Vorbereitung des Nato-Gipfels in knapp drei Wochen. Neben der Frage, wie die Europäer und Kanada ihre Aufrüstungsbemühungen vorantreiben, soll es auch um die Unterstützung der Ukraine und die Sicherung der Straße von Hormus gehen.

Quelle: Tagesschau