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Österreichs Schuldenquote steigt trotz Wirtschaftswachstum

Österreichs Wirtschaft erholt sich langsam, doch die Schuldenquote steigt weiter. Wifo und IHS erwarten für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, das Defizit bleibt mit vier Prozent klar über der EU-Grenze.

Österreichs Schuldenquote steigt trotz Wirtschaftswachstum
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Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Österreichs – das Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) – rechnen für das laufende Jahr mit einem BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent, für das kommende Jahr mit gut einem Prozent. Damit liegt die Alpenrepublik im Einklang mit dem EU-Durchschnitt und etwas besser als Deutschland. Allerdings bleibt die Teuerung mit voraussichtlich 3,2 Prozent in diesem Jahr und 2,4 Prozent im Jahr 2027 vergleichsweise hoch, unter anderem wegen gestiegener Mineralölpreise und dem Auslaufen der Spritpreisbremse Ende Juni.

Trotz eines Sparkurses wird das gesamtstaatliche Defizit 2026 bei vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen, 2027 bei 3,7 Prozent – deutlich über der von der EU erlaubten Drei-Prozent-Marke. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) strebt die Zielmarke 2028 an. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr kritisierte, das Anfang Juni vorgestellte Doppelbudget 2027/28 sei „noch kein sanierter Haushalt“. Die hohe Neuverschuldung verhindere eine Senkung der Schuldenquote, und der Zinsendienst werde „immer höhere Anteile des Budgets auffressen“.

IHS-Direktor Holger Bonin bezeichnete die im Doppelbudget vereinbarte Senkung der Lohnnebenkosten als „teure und nicht zielgenaue Maßnahme“. Zudem würden zwei Drittel der Konsolidierung durch höhere Steuern und Abgaben erreicht. Nach IHS-Berechnung stieg die Schuldenquote im vergangenen Jahr auf 81,3 Prozent und dürfte 2026 auf 83,1 Prozent sowie 2027 auf 84,3 Prozent klettern. Auch der Fiskalrat und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) zweifeln an der Wirksamkeit der Sparmaßnahmen.

Quelle: www.faz.net