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Geretsrieder Schüler gewinnen Preis für Anti-Rassismus-Zeitung

Eine Klasse der Mittelschule Geretsried hat beim bundesweiten Schülerzeitungswettbewerb der Länder den Preis für diskriminierungssensible Berichterstattung gewonnen. Die Schülerzeitung „MS Voice“ behandelt Themen wie Alltagsrassismus, Rechtsextremismus und Hate Speech.

Geretsrieder Schüler gewinnen Preis für Anti-Rassismus-Zeitung
Bild: sueddeutsche.de

Die 10. Klasse der Mittelschule Geretsried hat in Berlin eine Auszeichnung entgegengenommen: den Preis für diskriminierungssensible Berichterstattung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Die 60-seitige Ausgabe der „MS Voice“ trägt ein grünes Titelblatt mit einer roten Hand und der Aufschrift „Stoppt Rassismus“. Darin beleuchten die Jugendlichen unter anderem Hate Speech, Rechtsextremismus und die Black-Lives-Matter-Bewegung.

Die Schülerin Lana El Rifai berichtet von eigenen Erfahrungen mit Alltagsrassismus, etwa bei Vorstellungsgesprächen: „Sie erwarten nicht, dass ich diese Artikulation habe oder über diese Sprachkenntnisse verfüge.“ Ihr Mitschüler Benedikt Lempart sieht die Wurzeln des Rassismus im Kolonialismus und in der Sklaverei, betont aber auch Fortschritte. Die Klasse recherchierte unter Anleitung ihrer Lehrerin Kinga Gürlebeck gezielt nach rechtsextremen Inhalten in sozialen Netzwerken. „Wenn man ein bisschen auf Tiktok scrollt, dann findet man schnell entsprechende Nutzer“, sagt David Zulicek.

Die Jury des Wettbewerbs lobte, die Preisträger zeigten, „wie aufmerksam junge Redaktionen ihr Umfeld beobachten“. Gürlebeck hatte nicht nur eine Schreibwerkstatt mit dem Schriftsteller Nevfel Cumart organisiert, sondern knüpfte die Arbeitsaufträge an den Alltag der Jugendlichen. Das Projekt habe auch Spaß gemacht, sagt sie. Die Schüler ziehen persönliche Konsequenzen: Benedikt will künftig aktiv widersprechen, wenn jemand rassistische Äußerungen macht. Paul hat in Sophie Scholl ein Vorbild gefunden, „weil sie sich trotz des großen Risikos entschieden hat, ihre Meinung zu sagen“.

Quelle: www.sueddeutsche.de