Die Ukraine erhält damit eine einzigartige Gelegenheit, Forschung auf dem Nordpol zu betreiben und dieselben Prozesse in der Arktis und Antarktis zu vergleichen – sogenannte bipolare Forschung. Die Ukraine forscht seit Jahren in der Antarktis, nun öffnet sich der Zugang zum entgegengesetzten Pol.
Die Vereinbarung wurde am 25. Juni in Warschau zwischen dem Nationalen Antarktis-Wissenschaftszentrum und dem Institut für Geophysik der Polnischen Akademie der Wissenschaften unterzeichnet. Sie sieht gemeinsame geophysikalische Untersuchungen in den Jahren 2026–2027 vor – auf der polnischen Polarstation „Hornsund“ in der Arktis und auf der ukrainischen Station „Akademik Wernadski“ in der Antarktis. Geplant sind synchronisierte Labore in beiden Polregionen.
„Für die Ukraine ist das ein Fenster in die Arktis“, erklärten die Forscher. Ukrainische Wissenschaftler erhalten Zugang zur Infrastruktur und den Daten der polnischen Station sowie die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen und Technologien. Geplant sind Vergleiche von Magnetfeldschwankungen, Gesteins- und Bodenproben sowie seismologische und ökologische Studien.
NASC-Direktor Jewhen Dykyj, der die polnische Station besuchte, scherzte: „Bipolar sind nicht nur Störungen.“ Er fügte hinzu: „Die Arktis ist in gewisser Weise die Antarktis von innen nach außen. Ähnlich, aber nicht identisch. Ich freue mich, dass wir mit den polnischen Kollegen in die Zukunft blicken, nicht in die Vergangenheit.“ Noch im Sommer werden zwei ukrainische Geophysiker, Jurij Sumaruk und Anton Kuschnir, in die Arktis aufbrechen; im antarktischen Sommer werden polnische Fachleute auf der „Wernadski“-Station erwartet.
Quelle: www.bbc.com



