Wie der Spiegel berichtet, sorgte eine Passage aus Dieter Nuhrs Sendung „Nuhr im Ersten“ für Empörung. Der Comedian hatte in einem Monolog über das Thema Gewalt an Frauen gewitzelt und die Verantwortung auch potenziellen Betroffenen zugeschoben: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt“, so Nuhr. Kritiker warfen ihm daraufhin eine Täter-Opfer-Umkehr vor.
Nuhr nahm auf Facebook zu diesen Sätzen Stellung. „Kein Witz über Femizide, nirgends. Habe ich noch nie gemacht. Werde ich nicht tun“, schrieb er. Stattdessen will er missverstanden worden sein. Ihm sei es um das Wort „strukturell“ gegangen, das allen Männern Schuld zuweise. Nach eigenen Angaben bezog er sich bei seinen Witzen auf Artikel in großen deutschen Zeitungen, in denen Frauen infrage gestellt hätten, noch mit Männern leben zu können, weil diese „statistisch töten“. Er habe betont, dass jeder Frauenmord einer zu viel sei, aber die Chance, bei der Partnerwahl auf einen Frauenmörder zu stoßen, verschwindend gering sei.
Der RBB, der die Sendung ausstrahlt, nannte die Kritik an der Nuhr-Passage nachvollziehbar. In Satireformaten gelte es jedoch auch, die künstlerische Freiheit zu achten. „Dieter Nuhr darf grundsätzlich als Künstler vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit auch provozierend und zugespitzt formulieren“, so die Rundfunkanstalt. Über Geschmacksgrenzen lasse sich diskutieren, mit Blick auf den weiten Schutzbereich der Satirefreiheit sehe der RBB seinen Programmauftrag aber nicht verletzt.
Quelle: www.spiegel.de



