Alstom hat eigenen Angaben zufolge entschieden, im Vergabeverfahren der S-Bahn Berlin nicht die nächste Instanz anzurufen. Theoretisch hätte das Unternehmen noch den ganzen Freitag über Zeit für eine Beschwerde beim Kammergericht. Sollte Alstom wie angekündigt davon absehen, dürfte der Zuschlag an ein Konsortium aus Deutscher Bahn, Stadler und Siemens gehen. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) sprach von einem großen Erfolg für Berlin und seine Fahrgäste. Der Beschaffungsprozess für neue S-Bahn-Fahrzeuge könne nun sofort in die Wege geleitet werden. Der Chef der Berliner S-Bahn, Heiko Büttner, nannte es gute Nachrichten für alle Menschen in Berlin und Brandenburg.
Alstom hatte gegen die Entscheidung des Senats aus dem vergangenen Jahr Einspruch bei der Vergabekammer eingelegt, unterlag dort aber vor wenigen Wochen. Seither war offen, ob der Zugbauer Beschwerde einlegen würde. In dem größten Vergabeverfahren für den öffentlichen Nahverkehr in Europa geht es um ein Auftragsvolumen von rund 15 Milliarden Euro. Es umfasst den Betrieb der S-Bahn-Linien auf der Stadtbahn sowie auf der Nord-Süd-Verbindung ab den 2030er Jahren für 15 Jahre. Zudem geht es um die Lieferung von 1.400 neuen Wagen und die Fahrzeugwartung für 30 Jahre. Nicht enthalten ist der Betrieb auf der Ringbahn. Die Ausschreibung lief seit 2020, verzögerte sich aber immer wieder.
Quelle: www.zeit.de



