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Bayern kritisiert Benachteiligung bei Windrad-Vergabe durch den Bund

Die bayerische Staatsregierung hat die Vergabepraxis der Bundesnetzagentur für Windkraftprojekte scharf kritisiert. Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sehen eine Benachteiligung für Bayern.

Bayern kritisiert Benachteiligung bei Windrad-Vergabe durch den Bund
Bild: sueddeutsche.de

Die bayerische Staatsregierung hat die Vergabepraxis der Bundesnetzagentur für Windkraftprojekte massiv in Frage gestellt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kritisieren, dass die aktuellen Regelungen eine Benachteiligung für Bayern darstellen. Söder erklärte, dass der Windkraftausbau im Süden gefördert werden müsse und nicht behindert werden dürfe.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ betonte Söder, dass Bayern zusammen mit Baden-Württemberg auf eine Nachbesserung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) drängt. „Wir haben über 700 Windräder, die zeitnah zur Realisierung anstehen, aber wegen der aktuellen Rahmenbedingungen keinen Zuschlag im EEG erhalten“, betonte Söder.

Aiwanger äußerte ebenfalls seine Bedenken hinsichtlich der letzten Ausschreibungsrunde und forderte eine stärkere Berücksichtigung süddeutscher Standorte. „Bayern will Windräder bauen und die Rahmenbedingungen des Bundes verhindern es“, sagte er. Trotz fortgeschrittener Projekte sei Süddeutschland in den Ausschreibungen systematisch unterrepräsentiert.

Die Bundesnetzagentur hatte Ende Juni die Ergebnisse der jüngsten Ausschreibung veröffentlicht, bei der Bayern lediglich vier Zuschläge erhielt, während Baden-Württemberg nur acht Zuschläge erhielt. Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2025 Genehmigungen für 198 Windenergieanlagen erteilt, während 350 genehmigte Windräder auf einen Zuschlag warten.

Die Staatsregierung fordert, dass 20 Prozent der ausgeschriebenen Projekte für Süddeutschland reserviert werden, um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. „Diese erfreuliche Dynamik wird vom Bund ausgebremst“, hieß es aus dem Ministerium in München.

Quelle: www.sueddeutsche.de