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Lindner kritisiert Merz‘ Kapitalrenten-Pläne

Der frühere FDP-Chef Christian Lindner hat die Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Einführung einer kapitalgedeckten Rente kritisiert. Lindner zweifelt vor allem an Merz' Anlagestrategie.

Lindner kritisiert Merz‘ Kapitalrenten-Pläne
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

„Man fragt sich, was hat Friedrich Merz früher beruflich gemacht“, spottete Lindner im Interview mit dem „Tagesspiegel“. Merz hatte zuvor das Konzept der Rentenkommission gelobt, wonach Arbeitgeber und Beschäftigte künftig zwei Prozent des Bruttoeinkommens in eine Kapitalrente einzahlen sollen. Der Kanzler verspricht sich davon jährlich mindestens 30 Milliarden Euro für den deutschen Kapitalmarkt.

Lindner hält diese Rechnung für falsch. „Das Kapital, das angespart wird, das darf gar nicht überwiegend nur in Deutschland angelegt werden“, sagte er. Eine sichere und profitable Anlage erfordere weltweite Diversifikation. Zudem kritisierte Lindner die geplante Finanzierung über zusätzliche Beiträge: „Die Arbeitskosten weiter zu verteuern, ist ein Standortrisiko erster Klasse.“

Der Ex-Finanzminister sprach sich stattdessen dafür aus, den Kapitalstock innerhalb der gesetzlichen Rente ohne Beitragserhöhungen aufzubauen – etwa durch Kostendämpfung. Die Verwaltung der Kapitalrente solle der Atomfonds Kenfo übernehmen, der bereits Erfahrung mit langfristigen Anlagen habe. Kenfo-Chefin Anja Mikus betonte gegenüber dem „Spiegel“, entscheidend sei eine breite Streuung über einen langen Anlagehorizont.

Quelle: www.spiegel.de