Selenskyj sprach am Tag der Verfassung auf dem Gelände des Kyjiwer Höhlenklosters, der Lawra. Dort war zuvor eine Büste Mazepas enthüllt worden. Der Präsident sagte, die Bedeutung der historischen Figur verdiene ein vollwertiges Denkmal in der Hauptstadt. Als idealen Standort nannte er den Schewtschenko-Boulevard – genau dort, wo während des Euromaidan die Lenin-Statue gestürzt worden war.
Mazepa, der im 17. und 18. Jahrhundert lebte, gilt in Russland seit über 300 Jahren als Verräter. Zar Peter I. ließ ihn von der russischen Kirche mit dem Kirchenbann belegen, nachdem Mazepa ein Bündnis mit dem schwedischen König Karl XII. geschlossen hatte. In der Ukraine wird er dagegen als Förderer von Kultur und Bildung verehrt. Das sogenannte Kosakenbarock, in dem er zahlreiche Kirchen errichten ließ, wird oft als „Mazepastil“ bezeichnet.
Die Ankündigung fällt in eine Zeit verstärkter symbolischer Abgrenzung von Russland. Die Russische Orthodoxe Kirche hat die Anathema gegen Mazepa bis heute nicht aufgehoben. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche hingegen hob den Bann bereits 1992 auf.
Quelle: www.bbc.com



