Die Razzien konzentrierten sich auf die schwer gesicherte Green Zone in Bagdad, in der Regierungsgebäude und ausländische Botschaften liegen. Zufahrten wurden am Morgen gesperrt. Einem Bericht der Sicherheitsbehörden, der der Nachrichtenagentur Associated Press vorliegt, zufolge gab es insgesamt sieben Festnahmen, darunter fünf Parlamentsmitglieder.
Die Festnahmen basieren auf Aussagen des früheren stellvertretenden Ölministers Adnan al-Dschumaili, der bereits im vergangenen Monat inhaftiert worden war. Einige der Beschuldigten gehören dem politischen Lager des ehemaligen Ministerpräsidenten Mohammed Schia al-Sudani an. Welche konkreten Vorwürfe gegen sie erhoben werden, ist bislang nicht bekannt.
Al-Sudanis Block hatte die Parlamentswahlen im November gewonnen, doch er verzichtete auf das Amt. Im sogenannten Koordinationsrahmen – einem Bündnis schiitischer Parteien mit engen Verbindungen zum Iran – blockierten sich die Fraktionen gegenseitig. Als Kompromisskandidat setzte sich schließlich Ali al-Zaidi durch, ein Unternehmer und politischer Quereinsteiger, der auch die Unterstützung der USA erhielt.
Die Razzia dürfte die ohnehin zersplitterte politische Landschaft des Irak weiter belasten. Korruptionsvorwürfe sind in dem Land häufig mit Machtkämpfen und Rivalitäten um Einfluss verknüpft.
Quelle: de.euronews.com



