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Venezuela: Erdbeben erschüttern das Land – Lage bleibt angespannt

Venezuela wurde von zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Die Lage bleibt angespannt: Schulunterricht ausgesetzt, Übergangslager eingerichtet, internationale Hilfe eingetroffen.

Venezuela: Erdbeben erschüttern das Land – Lage bleibt angespannt
Bild: img.zeit.de

Die Beben ereigneten sich am vergangenen Mittwoch. Besonders betroffen ist die Region La Guaira in der Nähe der Hauptstadt Caracas. Tausende Menschen gelten noch als vermisst.

Im gesamten Land wurde der Schulunterricht laut Berichten der Zeitung El Pitazo für eine weitere Woche ausgesetzt. Die Regierung beschloss, Übergangslager einzurichten. Dort sollen Menschen unterkommen, die ihr Zuhause verloren haben oder aus Angst nicht in ihre teilweise zerstörten Häuser zurückzukehren wollen.

Laut Regierungsangaben ist mittlerweile internationale Hilfe aus Nachbarländern sowie Europa, Afrika und Asien eingetroffen. Die USA hatten zudem bereits Ende der vergangenen Woche vorübergehend alle Sanktionen gegen das südamerikanische Land aufgehoben.

In der Region La Guaira kommt erschwerend hinzu, dass Läden und Wohnungen geplündert wurden. Es werden Vorwürfe gegen Polizisten und Soldaten laut, die aus zerstörten Wohnungen gestohlen oder sogar Wertgegenstände von Toten mitgenommen haben sollen. Den Grund dafür sehen Beobachter im Hunger und Elend der Menschen, die in dem ohnehin schon seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise leidenden Land durch die Katastrophe alles verloren haben.

Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass das Militär nicht nur zur Hilfe eingesetzt werden könnte, sondern auch, um die Opposition weiterhin zu verfolgen. Bei anderen Katastrophen sei genau das passiert.

Bis Wochenbeginn wurden 1.450 Tote gemeldet, mehrere Zehntausend Menschen gelten weiterhin als vermisst.

Quelle: www.zeit.de