Mo., 06 Juli 2026 Kyjiw 00:19Berlin 23:19London 22:19 UKR / DE / EN

Pistorius warnt: Russland könnte NATO bis 2029 angreifen

Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius rechnet damit, dass Russland noch vor 2029 einen Angriff auf NATO-Territorium wagen könnte. Das sagte er in einem Interview mit der Bild-Zeitung, wie 24tv berichtet.

Pistorius warnt: Russland könnte NATO bis 2029 angreifen
Bild: 24tv.ua

Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius rechnet damit, dass Russland noch vor 2029 einen Angriff auf NATO-Territorium wagen könnte. Das sagte er in einem Interview mit der Bild-Zeitung, wie 24tv berichtet.

Boris Pistorius (SPD) hat vor einem möglichen russischen Angriff auf NATO-Territorium gewarnt. In einem Interview mit der Bild-Zeitung, über das 24tv berichtet, erklärte Pistorius, dass Russland unter Wladimir Putin bis 2029 zu einem solchen Schritt fähig sein könnte – sogar zu einer begrenzten Attacke gegen ein NATO-Mitglied.

Ob der Kreml tatsächlich angreifen werde, sei ungewiss, so Pistorius. Zugleich betonte er, die Bundeswehr sei heute deutlich kampfkräftiger als noch vor vier Jahren. Ab Ende 2027 sollen rund 4.800 deutsche Soldaten – überwiegend Freiwillige – zur NATO-Verteidigung in Litauen stationiert werden. Der Minister räumte jedoch Probleme bei der Truppenstärke ein: In Einzelfällen könne es nötig sein, Soldaten zwangsweise auf bestimmte Posten zu berufen – betroffen seien weniger als tausend Personen.

Pistorius kritisierte zudem die zu langsamen Beschaffungsprozesse und überladene technische Anforderungen. „Eine der Hauptprobleme ist, dass die Lieferungen mit den Bestellungen nicht Schritt halten“, sagte er. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigte sich der Minister zuversichtlich: Die Ukraine sei in der Lage, den Krieg zu gewinnen, und habe bereits bedeutende Erfolge erzielt – etwa durch Angriffe auf russische Logistik und Raffinerien. Die Front sei relativ stabil, aber mit hohen Verlusten für Russland. Taurus-Marschflugkörper seien für Kiew nicht mehr die oberste Priorität; wichtiger sei eine verlässliche Finanzierung. Deutschland bleibe der größte Geber im EU-Hilfspaket von 70 Milliarden Euro.

Quelle: 24tv.ua