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Kommentar: FIFA begnadigt Balogun – Infantino tanzt nach Trumps Pfeife

Die FIFA hat die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun ausgesetzt – eine Entscheidung, die nach Ansicht von Kommentatoren vor allem einem Zweck dient: Donald Trump bei Laune zu halten. Der Weltverband spiele längst nach den Regeln des US-Präsidenten, kritisiert die Sportschau.

Kommentar: FIFA begnadigt Balogun – Infantino tanzt nach Trumps Pfeife
Bild: images.sportschau.de

Die FIFA hat die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun ausgesetzt – eine Entscheidung, die nach Ansicht von Kommentatoren vor allem einem Zweck dient: Donald Trump bei Laune zu halten. Der Weltverband spiele längst nach den Regeln des US-Präsidenten, kritisiert die Sportschau.

Die FIFA hat die Sperre des US-Torjägers Folarin Balogun zur Bewährung ausgesetzt. Der Stürmer war nach einer Roten Karte eigentlich für mehrere Spiele gesperrt gewesen. Nun darf er doch im Viertelfinale der WM gegen Belgien auflaufen. Wie die Sportschau in einem Kommentar berichtet, wirkt die Entscheidung wie ein Gnadenakt auf Druck von US-Präsident Donald Trump.

Wochenlang hatte Trump die WM im eigenen Land ignoriert. Kaum war die Meldung über die Aussetzung der Sperre draußen, bedankte sich Trump auf seiner Plattform Truth Social bei der FIFA: „Danke an die Fifa, dass sie das Richtige getan und ein großes Unrecht rückgängig gemacht hat.“ Das Weiße Haus postete auf X den Schlachtruf „USA-USA-USA“. Ob Trump tatsächlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino anrief, um eine Prüfung zu verlangen, ist nicht belegt. Doch Trump ließ keinen Zweifel daran, dass er den Eindruck erwecken wollte, die Entscheidung sei auf sein Betreiben hin gefallen.

Ein System der Gefälligkeiten

Die FIFA-Regeln sehen für ein Foul wie das von Balogun eine Mindestsperre von einem Spiel vor. Die Disziplinarkommission kann die Strafe jedoch ändern – eine Hintertür, die nun genutzt wurde. Formal korrekt, aber politisch gewollt, so der Kommentar. Infantino habe Trump damit eine weitere Gefälligkeit erwiesen. Die Liste der gegenseitigen Annäherungen ist lang: Die FIFA mietet ein Büro im Trump Tower in New York, Infantino begleitete Trump bei Staatsbesuchen in Katar und Saudi-Arabien, saß in Trumps „Friedensrat“ und schenkte ihm beim Finale der Klub-WM eine Siegermedaille. Höhepunkt war die Verleihung eines eigens geschaffenen FIFA-Friedenspreises an Trump, nachdem dieser den Friedensnobelpreis nicht erhalten hatte.

Der Grund für die Nähe ist simpel: Geld. Die FIFA erwartet bei der WM Rekordeinnahmen von bis zu 14 Milliarden US-Dollar. Trump liefert die Bühne, Infantino liefert die Gefälligkeiten. Der Weltverband mit seinen 211 Mitgliedsverbänden profitiert massiv von diesen Einnahmen, und Infantino konnte so zu einem autokratischen Herrscher aufsteigen, der Widerspruch weder duldet noch erfährt.

Kritik aus Belgien – und ein systemisches Problem

Der belgische Verband, dessen Team im Viertelfinale gegen die USA spielt, zeigte sich „erstaunt“ über die Entscheidung und sprach von einem Aprilscherz. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe sich bis zuletzt nicht klar positioniert, kritisiert die Sportschau. Der Kommentar endet mit einer düsteren Prognose: „Um den Fußball muss man mittlerweile Angst haben.“ Infantino steht im kommenden Jahr zur Wiederwahl – von Gegenstimmen geht niemand aus.

Quelle: www.sportschau.de