Nico Ernst kritisiert die Entscheidung von Sony, ab 2028 keine Spiele mehr auf Blu-ray-Discs zu vertreiben. Er bezeichnet den Schritt als untragbaren Verlust für die Spielkultur und betont, dass es Alternativen gäbe. Noch haben Käufer bei der PS5 die Wahl zwischen einer Version mit und ohne Laufwerk – das sollte so bleiben, so Ernst.
Erst 2013 warb Sony mit einem frechen Video für physische Datenträger: Das Weitergeben eines Spiels erfolge einfach, indem man die Disc einem Freund aushändige. Dieses Video war eine Reaktion auf Microsofts restriktive Pläne für die Xbox One, die immer online sein sollte. Sony positionierte sich damals als Anwalt der Spieler – mit dem Slogan „This is for the Players“.
Der Autor argumentiert, dass Spiele auf Datenträgern nicht nur für Sammler attraktiv seien. Verpackungen, Steelbooks und Beigaben in Collectors Editions seien genauso Teil der Spielkultur wie das Geschehen auf dem Bildschirm. Zudem bleibe ein Spiel auf Disc ein Zeitdokument: Alle Bugs und später entfernte Elemente seien noch vorhanden, was für Spiele-Historiker unverzichtbar sei.
Ernst weist darauf hin, dass die Disc heute oft nur noch als stoffliches Dongle diene – man müsse sich zusätzlich mit Accounts anmelden. „Scheibe rein und losspielen, das ist immer seltener der Fall“, schreibt er. Schon die Akzeptanz dieser Entwicklung sei ein Fehler gewesen.
Der Autor fordert Sony auf, die Spieler zu fragen, ob sie für eine Disc-Version mehr bezahlen würden, oder den Vertrieb für andere Hersteller von physischen Versionen zu öffnen. Die Filmbranche mache es vor: Viele 4K-Versionen erscheinen bei kleinen Labels, weil es einen lukrativen Markt für Liebhaber von Dingen zum Anfassen gebe. Sony lasse sich diese Begeisterung entgehen – und damit auch den Ruf, „for the players“ zu sein.
Quelle: www.heise.de



