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Ungarn: Staatssender entschuldigen sich für jahrelange Lügen

In Ungarn haben die staatlichen Rundfunksender M1 und Kossuth Radio nach der Abwahl von Viktor Orbán den Sendebetrieb eingestellt. Auf M1 war ein schwarzer Bildschirm mit einer Entschuldigung für jahrelange Lügen zu sehen.

Ungarn: Staatssender entschuldigen sich für jahrelange Lügen
Bild: img.zeit.de

In Ungarn haben die staatlichen Rundfunksender M1 und Kossuth Radio nach der Abwahl von Viktor Orbán den Sendebetrieb eingestellt. Auf M1 war ein schwarzer Bildschirm mit einer Entschuldigung für jahrelange Lügen zu sehen.

Der Fernsehsender M1 und der Hörfunksender Kossuth Radio, die während der 16-jährigen Amtszeit von Viktor Orbán als regierungsfreundlich galten, senden seit dem Nachmittag kein reguläres Programm mehr. Auf M1 war ein schwarzer Bildschirm mit der Botschaft zu sehen: „Die Medien können nicht lügen. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir es jahrelang getan haben.“

Der neue Ministerpräsident Péter Magyar kündigte an, dass die Sender unter neuer Verwaltung den Betrieb wieder aufnehmen sollen, vorerst aber keine Nachrichten ausstrahlen. Kossuth Radio spielt vorübergehend nur das Musikprogramm eines Partnersenders ab. Magyar schrieb auf Facebook von einem „historischen Tag“: „Heute endet die Ausstrahlung von Propaganda auf den Plattformen der öffentlich-rechtlichen Medien.“

Magyar hatte mit seiner Tisza-Partei die Parlamentswahl im April unter anderem mit dem Versprechen gewonnen, die Medienlandschaft zu reformieren und die Unabhängigkeit der staatlichen Medien wiederherzustellen. Orbán hingegen kritisierte die Maßnahmen als „weiteren Schritt der Tisza-Tyrannei“.

Quelle: www.zeit.de