Fr., 10 Juli 2026 Kyjiw 11:06Berlin 10:06London 09:06 UKR / DE / EN

München setzt Scancars gegen Falschparker ein

München will Falschparker künftig mit Kamera-Autos, sogenannten Scancars, überführen. Die Fahrzeuge sollen Kennzeichen erfassen und Verstöße automatisch melden.

München setzt Scancars gegen Falschparker ein
Bild: sueddeutsche.de

München will Falschparker künftig mit Kamera-Autos, sogenannten Scancars, überführen. Die Fahrzeuge sollen Kennzeichen erfassen und Verstöße automatisch melden.

Die Stadt München plant, den öffentlichen Parkraum digital zu überwachen. Dazu sollen Scancars – mit Kameras ausgestattete Fahrzeuge – Kennzeichen von Autos erfassen, die im Halteverbot stehen oder kein Parkticket gelöst haben. Wer ohne gültige Parkberechtigung erwischt wird, erhält den Strafzettel per Post zugeschickt. Das gilt auch für Fahrzeuge auf Geh- und Radwegen.

Eine gesetzliche Grundlage für die elektronische Parkraumüberwachung gibt es in Deutschland seit Anfang Juli. Im Ausland, etwa in Amsterdam, ist die Technik bereits im Einsatz. In Heidelberg lief seit Herbst vergangenen Jahres ein Modellprojekt, das die Landesregierung von Baden-Württemberg als Erfolg wertet: Die Scanfahrzeuge erfassten demnach zwölfmal so viele Autos wie Fußstreifen und arbeiteten kostengünstiger. Das System gleicht die Kennzeichen automatisch mit hinterlegten Parkberechtigungen, Beschilderung und Parkflächen-Daten ab – die Daten werden verschlüsselt.

Allerdings hat die Technik noch Schwächen: Schwerbehindertenausweise aus Papier, die in der Windschutzscheibe liegen, erkennt das Scancar nicht. Hier sollen künftig elektronische Chips in den Ausweisen Abhilfe schaffen. Bis dahin müssen städtische Mitarbeiter die Parkerlaubnis weiterhin manuell prüfen. Auch in Hamburg wird seit dieser Woche in zwei Testgebieten elektronisch kontrolliert; die Hansestadt rüstet Parkscheinautomaten um, sodass Autofahrer ihr Kennzeichen eingeben können – Papier-Parkscheine sollen entfallen.

In München wird die Einführung noch etwas dauern. Laut einer Sprecherin des Mobilitätsreferats vernetzt sich die Stadt derzeit mit anderen interessierten Kommunen, um Synergien zu nutzen. „Unabhängig davon befinden sich Pilot-Projekte in Planung, die das Thema digitale Parkraumüberwachung vorbereitend testen“, so die Sprecherin. Voraussetzung sei, dass Parkscheine und Parkausweise digital ausgewertet werden können.

Quelle: www.sueddeutsche.de