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Bundesregierung fehlen Daten zu Therapie-Wartezeiten bei Jugendlichen

Der Bundesregierung liegen keine validen Daten zur Wartezeit auf einen Therapieplatz für Kinder und Jugendliche vor. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Spiegel vorliegt.

Bundesregierung fehlen Daten zu Therapie-Wartezeiten bei Jugendlichen
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Der Bundesregierung liegen keine validen Daten zur Wartezeit auf einen Therapieplatz für Kinder und Jugendliche vor. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem Spiegel vorliegt.

Die Antwort auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion zeigt: Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie lange Kinder und Jugendliche in Deutschland auf einen Therapieplatz warten müssen. Die Anfrage stand im Zusammenhang mit anhaltender Kritik am sogenannten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz, das Ende Juli in Kraft trat.

Das Gesetz sieht Einsparungen in Milliardenhöhe bei Praxen, Kliniken, Apotheken und in der Pharmabranche vor. Auch Versicherte müssen mit höheren Zuzahlungen und Einschnitten rechnen. In der Psychotherapie befürchten Verbände weniger Therapieplätze und längere Wartezeiten – davor will die Bundesregierung besonders Kinder und Jugendliche schützen.

Gleichzeitig weist die Bundesregierung darauf hin, dass die Wartezeit allein nur begrenzt aussagekräftig ist, um die Versorgungslage zu beschreiben. Der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung bei jungen Menschen bleibt hoch: Beim Bund-geförderten Onlinedienst „krisenchat“ stieg die Zahl der Beratungen von 3672 im Jahr 2020 auf 21.499 im Jahr 2025. Auch die Zahl der Klinikbehandlungen wegen absichtlicher Selbstverletzung bei Personen bis 21 Jahren nahm in mehreren Bundesländern zu – in Bayern um mehr als 50 Prozent zwischen 2020 und 2024, in Mecklenburg-Vorpommern um rund 169 Prozent, so das Statistische Bundesamt.

Quelle: www.spiegel.de