Di., 18 Aug. 2026 Kyjiw 22:38Berlin 21:38London 20:38 UKR / DE / EN

Hamburger Statiker: Risse im Altbau sind selten ein Alarmzeichen

Nach der Räumung eines Wohnhauses in der Hamburger Holstenstraße sorgt sich mancher Mieter um die Sicherheit der eigenen Wohnung. Der Statiker Michael Dartsch erklärt im Gespräch mit der Zeit, wann Risse tatsächlich gefährlich werden.

Hamburger Statiker: Risse im Altbau sind selten ein Alarmzeichen
Bild: img.zeit.de

Nach der Räumung eines Wohnhauses in der Hamburger Holstenstraße sorgt sich mancher Mieter um die Sicherheit der eigenen Wohnung. Der Statiker Michael Dartsch erklärt im Gespräch mit der Zeit, wann Risse tatsächlich gefährlich werden.

Ende Juli musste die Feuerwehr ein Wohnhaus im Hamburger Stadtteil Altona räumen. Seitdem fragen sich viele Mieterinnen und Mieter, ob auch ihre Wände gefährliche Schäden aufweisen. Der Hamburger Statiker Michael Dartsch, der regelmäßig Gebäude auf ihre Standsicherheit prüft, gibt im Interview mit der Zeit Entwarnung für die meisten Altbauten.

Dartsch zufolge sind Risse in der Fassade, abbröckelnder Putz oder verzogene Fenster oft nur kosmetische Probleme. Erst wenn Mauerwerk, Beton, Dachstuhl oder Böden absacken, werde es ernst – dann drohen Sperrungen, Überwachung oder im schlimmsten Fall der Abriss. In seiner Praxis habe er bereits gesperrte Tiefgaragen, rutschende Hänge und Häuser mit abgescherten Giebelwänden gesehen.

Der Experte hält einen allgemeinen Gebäude-TÜV für gut gemeinte, aber bürokratische Symbolpolitik. Für Sonderbauten gebe es bereits Prüfregime, während nachlässige Eigentümer sich auch durch mehr Formulare kaum beeindrucken ließen. Hamburgs Altbauten seien überwiegend in gutem Zustand, Lkw-Verkehr oder die Sternbrücke als Ursache praktisch auszuschließen.

Wer bei wachsenden Rissen keine Hilfe vom Vermieter bekommt, sollte laut Dartsch das Bauamt, die Bauprüfabteilung oder im Zweifel die Polizei alarmieren. Die Behörden in Hamburg würden im Notfall meist zügig und fachkundig eingreifen, notfalls per Ersatzvornahme.

Quelle: www.zeit.de