Beim Schulbau in München steht nun das Sparen im Vordergrund: Bei den laufenden Projekten der Schulbauoffensive sind nach Angaben einer Sprecherin des Bildungsreferats 180 Millionen Euro eingespart worden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Damit sei die geforderte Einsparung von zehn Prozent der Baukosten erreicht worden, ohne den Kern der pädagogischen Flächen und Qualitäten für Schüler und Lehrer anzutasten.
Vorgestellt wurde der aktuelle Stand der Offensive in der vergangenen Woche im Stadtrat. Wie die Süddeutsche Zeitung weiter berichtet, gelang die Einsparung unter anderem durch Nachverhandlungen in laufenden Projekten und durch Abstriche bei Parkplätzen sowie bei der Dach- und Fassadenbegrünung. Diese und weitere Vorschläge habe ein fraktionenübergreifender Arbeitskreis gemacht, der von 2024 an daran arbeitete, Bauen in München günstiger zu machen.
Vorzeigeprojekte wie das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in Bogenhausen, das 128 Millionen Euro gekostet hat und seit September 2024 von 1400 Schülerinnen und Schülern besucht wird, dürften sich nach Einschätzung der Zeitung in den kommenden Jahren und vermutlich auch Jahrzehnten nicht mehr wiederholen. Die 180 Millionen Euro entsprechen rechnerisch etwa eineinhalbmal den Kosten dieses Gymnasiums.
Die milliardenschwere Schulbauoffensive der Stadt ist inzwischen zehn Jahre alt und wird fortgesetzt, weil München wächst. Derzeit werden laut Süddeutscher Zeitung 30 Schul- und neun Kitabauprojekte für vier Milliarden Euro geplant oder gebaut, etwa ein neues großes Gymnasium mit Schulschwimmbad in Obermenzing und ein umgebautes Schulzentrum in Pasing. Die in der vergangenen Woche neu aufgenommenen Projekte sind deutlich unspektakulärer: sechs Pavillons, die meisten für Küche und Mensa an Grundschulen, um dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden.
In den bisherigen sechs Schulbauprogrammen der vergangenen zehn Jahre hat München 110 Bauprojekte beschlossen, darunter Neubauten und Sanierungen wie am Oskar-von-Miller-Gymnasium. Zugleich ist die Stadt auch für den Unterhalt von inzwischen mehr als 2000 Schul- und Kitagebäuden zuständig. Viele Gebäude aus den 1950er- bis 1970er-Jahren wiesen einen sanierungsbedürftigen Zustand auf, heißt es in der Beschlussvorlage zur Bildungsbauoffensive; davon könnten wegen der prekären Haushaltssituation nur die dringendsten Fälle „zeitnah“ umgesetzt werden.
Die Grünen-Fraktion teilte mit, die Stadt realisiere weiterhin hochwertige Bildungsbauten und investiere in die Zukunft der Münchner Kinder; Sparpotenziale würden dort gehoben, wo sie pädagogische Erfolge nicht beeinträchtigten. Die CSU erklärte, sie unterstütze die Bildungsbauoffensive, bei den Parkplätzen solle aber der Einzelfall geprüft werden, statt eine einheitliche Lösung vorzugeben.



