So., 07 Juni 2026 Berlin 00:38 DE / UKR / EN

Chinas Fabrikpreise erreichen höchsten Stand seit 45 Monaten

In China sind die Fabrikpreise im April um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie Reuters berichtet. Dies markiert das Ende einer 41-monatigen Phase sinkender Preise und wird durch steigende Energiepreise und verbesserte Angebots-Nachfrage-Verhältnisse beeinflusst.

Chinas Fabrikpreise erreichen höchsten Stand seit 45 Monaten
Bild: think.ing.com

Die Erhöhung der Fabrikpreise in China ist ein frühes Zeichen dafür, dass die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Krieg im Iran, die Kosten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt beeinflussen. Laut dem Nationalen Statistikamt (NBS) stieg der Produzentenpreisindex im April um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was das Ende einer 41-monatigen Phase sinkender Preise signalisiert.

Dong Lijuan, Analystin beim NBS, erklärte: „Die Preissteigerungen sind auf Faktoren wie den rasanten Anstieg der globalen Rohstoffpreise sowie ein verbessertes Verhältnis von Angebot und Nachfrage in bestimmten heimischen Industrien zurückzuführen.“ Diese Entwicklung könnte die Gewinnmargen der Unternehmen weiter belasten, da viele Hersteller Schwierigkeiten haben, die höheren Kosten an die Käufer weiterzugeben.

Die Preiserhöhungen sind besonders in energieintensiven Branchen ausgeprägt. So verzeichnete der Sektor des Nicht-Eisenmetallbergbaus im März einen Anstieg von 36,4 Prozent, während die Verarbeitung von Nicht-Eisenmetallen um 22,4 Prozent zulegte. Diese Entwicklungen könnten die wirtschaftliche Erholung Chinas gefährden, die seit Ende 2022 durch eine Deflationsspirale belastet ist.

Ökonomen warnen, dass ein Wechsel zu inflationären Tendenzen, der durch höhere Kosten und nicht durch eine stärkere Nachfrage bedingt ist, die Handlungsspielräume der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft einschränken könnte. Die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung bleibt hoch.