Wie die Nachrichtenagentur DPA meldet, traf der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius am Morgen des 11. Mai mit dem Zug in Kyiv ein. Ziel des überraschenden Besuchs sind Gespräche über eine Ausweitung der strategischen Partnerschaft und die gemeinsame Entwicklung neuer Waffensysteme.
Pistorius betonte gegenüber Journalisten, Deutschland sei besonders an der ukrainischen Plattform Brave1 interessiert, die Innovationen im Bereich Verteidigungstechnologien bündelt. Im Fokus stehe die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme aller Reichweiten, insbesondere für Tiefschläge (Deep Strikes). Die Kooperation bei weitreichenden Waffen sei nötig, um Lücken in der europäischen Sicherheitsarchitektur zu schließen, berichtet die Welt unter Berufung auf den Minister.
Die Plattform Brave1 solle genutzt werden, um vielversprechende Entwickler zu unterstützen, zitierte die Welt Pistorius wörtlich: „Wir planen, die Plattform Brave1 zu nutzen, um Entwickler zu fördern, die vielversprechende Innovationen vorweisen können.“ Weder auf der Facebook-Seite des Ministers noch im Account der Bundeswehr war der Besuch zunächst angekündigt worden.
Erst im April hatte die Bundesregierung beschlossen, der Ukraine vier Milliarden Euro für militärische Hilfe bereitzustellen. Das Geld soll unter anderem in die Luftverteidigung, weitreichende Waffen und die gemeinsame Drohnenproduktion fließen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bei seinem Berlin-Besuch Lieferungen von PAC2-Raketen für Patriot-Systeme und IRIS-T-Raketen vereinbart. Die Financial Times berichtete zudem über intensivierte deutsch-amerikanische Gespräche zum Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern, nachdem Washington angekündigt hatte, die US-Truppenpräsenz in Europa zu reduzieren.



