So., 07 Juni 2026 Berlin 00:31 DE / UKR / EN

Kallas lehnt Schröder als EU-Verhandler mit Russland ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die Ernennung des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder zum EU-Verhandler mit Russland abgelehnt. Schröder sei ein russischer Lobbyist, sagte Kallas am 11. Mai vor dem EU-Außenrat in Brüssel, wie die „Europäische Wahrheit“ berichtet.

Kallas lehnt Schröder als EU-Verhandler mit Russland ab
Bild: uimg.pravda.com.ua

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die Ernennung des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder zum EU-Verhandler mit Russland kategorisch abgelehnt. Schröder sei ein „hochrangiger Lobbyist russischer Staatsunternehmen“, sagte Kallas am 11. Mai vor dem EU-Außenrat in Brüssel, wie die „Europäische Wahrheit“ berichtet. Die Äußerung erfolgte auf die Frage, ob Schröder von der EU mit Verhandlungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beauftragt werden könne.

Kallas erklärte, es sei „klar, warum Putin genau diese Person will – damit er im Grunde auf beiden Seiten des Tisches sitzt“. Sie fügte hinzu, die jüngste Waffenruhe, die Putin gewollt habe, sei „nur ein sehr zynischer Vorwand gewesen, um seine Parade zu schützen, während sie tatsächlich Zivilisten in der Ukraine angegriffen haben“. Die EU dürfe Russland nicht das Recht einräumen, den Verhandler der EU zu bestimmen, so Kallas wörtlich: „Wenn wir Russland das Recht geben, den Verhandler in unserem Namen zu ernennen – das wäre nicht sehr klug.“

Die estnische Politikerin bezog sich damit auf Berichte, wonach der Kreml den 82-jährigen Schröder als Vermittler zwischen der EU und Russland vorschlagen wolle. Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler und SPD-Vorsitzender. Seit seinem Ausscheiden aus dem Amt ist er für russische Energiekonzerne tätig und steht wegen seiner Nähe zu Putin seit Jahren in der Kritik. Die offizielle deutsche Bundesregierung lehnt den Vorschlag ebenfalls ab und sieht darin einen Versuch, Zwietracht in Europa und unter deutschen Politikern zu säen, wie die „Europäische Wahrheit“ ergänzt.