Die britische Labour-Partei steht unter erheblichem Druck, nachdem sie bei den Kommunalwahlen über 1400 Mandate verloren hat. Laut Süddeutscher Zeitung haben Innenministerin Shabana Mahmood und Außenministerin Yvette Cooper Premierminister Keir Starmer geraten, einen Zeitplan für seinen Rücktritt vorzulegen. Starmer, der sich kämpferisch gibt, muss nun vor einer Kabinettssitzung am Dienstag seine Optionen abwägen.
Ein Kabinettsminister äußerte gegenüber dem Guardian, dass es im Kabinett unterschiedliche Ansichten darüber gebe, wie es weitergehen solle. Mehr als 70 der rund 400 Labour-Abgeordneten haben Starmer öffentlich ihre Unterstützung entzogen, was die Situation weiter verschärft. Zudem haben vier parlamentarische Assistenten von Ministern am Montagabend ihren Rücktritt angekündigt.
Die Rücktrittsforderungen an Starmer sind nicht neu, doch die jüngsten Wahlergebnisse haben die Situation dramatisch verschärft. Bei der Parlamentswahl in Wales, traditionell eine Hochburg der Labour-Partei, fiel die Partei hinter die Unabhängigkeitspartei Plaid Cymru und Reform UK zurück.
Starmer hat in einer Krisenrede betont, dass er die Zweifler von sich überzeugen müsse. „Und das werde ich“, sagte er. Der Premier erhält jedoch auch Zuspruch aus den eigenen Reihen, was darauf hindeutet, dass die Unterstützung innerhalb der Partei nicht vollständig verloren ist.



