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EU plant Gespräche mit Taliban über Abschiebungen nach Afghanistan

Die EU will Vertreter der Taliban-Regierung zu Gesprächen über Abschiebungen nach Afghanistan einladen. Ein entsprechendes Treffen wird derzeit vorbereitet, wie der Sprecher der EU-Kommission am Montag mitteilte.

EU plant Gespräche mit Taliban über Abschiebungen nach Afghanistan
Bild: tagesspiegel.de

Die Europäische Union (EU) plant, Vertreter der radikalislamischen Taliban-Regierung zu einem Treffen in Brüssel einzuladen, um über Abschiebungen nach Afghanistan zu beraten. Laut einem Sprecher der EU-Kommission wird derzeit ein Treffen auf technischer Ebene mit den De-facto-Behörden in Afghanistan vorbereitet.

In informierten Kreisen wurde berichtet, dass in Kürze ein Schreiben nach Kabul geschickt werden soll, um einen Termin für die Beratungen in Brüssel zu vereinbaren. Treffen folgt auf zwei Reisen europäischer Vertreter nach Afghanistan, die Sondierungen über mögliche Abschiebungen von Afghaninnen und Afghanen aus der EU in ihr Heimatland zum Ziel hatten.

Obwohl die EU die Taliban-Behörden nicht offiziell anerkennt, streben rund 20 EU-Staaten Abschiebungen nach Afghanistan an. Menschenrechtsorganisationen äußern Bedenken, da Afghanistan sich in einer humanitären Krise befindet, die durch Dürre und drastische Kürzungen bei der Auslandshilfe verschärft wird.

Seit der Rückeroberung der Macht durch die Taliban im August 2021 und der Ausrufung eines islamischen Emirats setzen diese ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch. In Deutschland wurden seit 2024 bereits mehr als hundert Afghanen abgeschoben, obwohl die Bundesregierung die Taliban nicht als rechtmäßige afghanische Regierung anerkennt.