Sa., 05 Sept. 2026 Kyjiw 09:36Berlin 08:36London 07:36 UKR / DE / EN

Bayern beschließt Aktionsplan Queer zum Pride-Monat

Bayern hat pünktlich zum Pride-Monat Juni einen landeseigenen Aktionsplan zur Stärkung der Rechte von LSBTIQ* beschlossen. Das Kabinett gab grünes Licht für das vom Sozialministerium erarbeitete Programm, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Bayern beschließt Aktionsplan Queer zum Pride-Monat
Bild: sueddeutsche.de

Bayern hat pünktlich zum Pride-Monat Juni einen landeseigenen Aktionsplan zur Stärkung der Rechte von LSBTIQ* beschlossen. Das Kabinett gab grünes Licht für das vom Sozialministerium erarbeitete Programm, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Der Aktionsplan trägt das Motto „Miteinander stärken. Diskriminierung überwinden“ und wurde gemeinsam mit Verbänden erarbeitet. Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) betonte, es gehe um Freiheit, Toleranz und Sicherheit – dies sei ein „echter harter Standortfaktor“ für Bayern. Der Beschluss erfolgte mehr als drei Jahre nach der ersten Ankündigung; andere Bundesländer haben solche Pläne bereits seit Jahren.

Scharf verwies auf die steigende Hasskriminalität: Die Zahl der Taten gegen queere Menschen habe sich zwischen 2021 und 2025 fast verdoppelt. Bundesweit gab es 2025 rund 2400 Fälle, fast 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Aktionsplan setze genau hier an und gebe ein „klares Bekenntnis zum Schutz von LSBTIQ*“. Alle Regierungsbezirke sollen Beratungsangebote erhalten; im Doppelhaushalt 2026/2027 sind 2,8 Millionen Euro für Projekte vorgesehen.

Der LSVD+ Bayern kritisierte den Plan scharf. Vorstand Markus Apel sagte: „Statt einer umfassenden Strategie werden bestehende Projektförderungen als Plan deklariert.“ Es bestehe die Gefahr, dass zentrale Forderungen in Bildung, Gesundheit, Familie und Sicherheit nicht umgesetzt würden. Auch die Grünen im Landtag äußerten sich kritisch: „Dem Aktionsplan fehlt offensichtlich die „Aktion““, so Florian Siekmann.

Positive Stimmen kamen von Lambda Bayern, dem Dachverband der queeren Jugendarbeit. Vorstandsmitglied Jonathan Wehrstein lobte den Aktionsplan als wichtigen Schritt für ein queersensibleres Bayern. Der Freistaat mache sich endlich auf den Weg, „eine Lücke zu schließen“.

Quelle: www.sueddeutsche.de