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Bildungspaket: Bis zu 375 Euro pro Kind und Jahr

Schulbedarf, Vereinsbeitrag, Mittagessen, Nachhilfe: Familien mit Grundsicherung, Wohngeld oder Kinderzuschlag haben Anspruch – oft ohne separaten Antrag.

Bildungspaket: Bis zu 375 Euro pro Kind und Jahr
Symbolbild: Solé Gomez / Pexels

Schulbedarf, Vereinsbeitrag, Mittagessen, Nachhilfe: Familien mit Grundsicherung, Wohngeld oder Kinderzuschlag haben Anspruch – oft ohne separaten Antrag.

Wer in München Grundsicherungsgeld, Sozialhilfe oder Asylbewerberleistungen bezieht – oder Wohngeld beziehungsweise Kinderzuschlag –, hat für seine Kinder Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket. Viele Familien lassen Geld liegen, weil sie nicht wissen, was alles dazugehört.

Das Paket gilt für Kinder und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Die Landeshauptstadt München nennt als Berechtigte alle, die Leistungen nach SGB II, SGB XII oder Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, sowie Kinder, deren Eltern Wohngeld oder Kinderzuschlag bekommen. Auch ukrainische Familien zählen dazu, sofern sie eine dieser Leistungen beziehen. Die Staatsangehörigkeit spielt dafür keine Rolle.

Was konkret bezahlt wird

Der Schulbedarf beträgt 195 Euro pro Schuljahr, aufgeteilt in 130 Euro zum ersten und 65 Euro zum zweiten Schulhalbjahr. Für Sport, Musik oder Kultur gibt es bis zu 15 Euro im Monat, aber nur bis zum 18. Geburtstag und nur gegen Nachweis einer kostenpflichtigen Aktivität. Dazu kommen die Kosten für das gemeinsame Mittagessen in Schule oder Kita, für ein- und mehrtägige Ausflüge sowie für die Schulwegbeförderung – in Bayern ist die bis Klasse 10 in der Regel ohnehin über das Schulwegkostenfreiheitsgesetz abgedeckt.

Nachhilfe wird übernommen, wenn das Klassenziel gefährdet ist: höchstens 28 Euro pro Stunde im Einzelunterricht, höchstens 18 Euro in der Gruppe. Die Schule muss die Gefährdung bestätigen, ein Zeugnis genügt ebenfalls. Den Anbieter wählen die Eltern.

Ein Rechenbeispiel der Redaktion: Ein Achtjähriger, der in einen Sportverein geht, bringt es auf 195 Euro Schulbedarf plus 180 Euro Teilhabe, also bis zu 375 Euro im Jahr. Bei zwei Kindern sind es 750 Euro – noch ohne Mittagessen und Ausflüge.

Wo der Antrag hingehört

Wer Grundsicherungsgeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezieht, beantragt das Paket bei jeder Neu- oder Weiterbewilligung gleich mit: Man kreuzt in der „Anlage BuT“ an, was das Kind braucht. Der Schulbedarf kommt ohne eigenen Antrag. Nur die Lernförderung muss separat beantragt werden. Wer Wohngeld oder Kinderzuschlag erhält, muss alles ausdrücklich beantragen, mit dem Formular nach § 6b Bundeskindergeldgesetz.

Eingereicht wird im zuständigen Sozialbürgerhaus (Mo–Do 8–16 Uhr, Fr 8–12 Uhr); wer beim Jobcenter ist, kann die Anlage in seinem Konto auf Jobcenter.digital hochladen. Die Anlage zum Asylbewerberleistungsgesetz geht an das Amt für Wohnung und Migration in der Werinherstraße 89. Formulare gibt es unter muenchen.de/but. Beizufügen sind der aktuelle Leistungsbescheid und Nachweise mit der Kontoverbindung des Vereins oder der Musikschule. Gebühren fallen nicht an.

Zur Frist: Die Stadt nennt keine. Bei Ansprüchen nach dem Bundeskindergeldgesetz – also bei Wohngeld und Kinderzuschlag – verjähren sie nach den Angaben des Föderalen Informationsmanagements 12 Monate nach Ablauf des Monats, in dem sie entstanden sind. Wer sich unsicher ist, sollte nicht warten: Der Vereinsbeitrag für September ist im Zweifel im Oktober noch zu retten, der vom Vorjahr eher nicht.

Unsere Einschätzung: Der größte Hebel ist der nächste Weiterbewilligungsantrag. Wer ihn ohnehin ausfüllt, sollte die Anlage BuT nicht überspringen – sie kostet fünf Minuten und kann mehrere hundert Euro bringen. Ob sich Beträge oder Zuständigkeiten für ukrainische Familien durch den geplanten Rechtskreiswechsel ändern, ist offen. Das Münchner Merkblatt stammt von Juli 2026.

Quellen: Landeshauptstadt München, Flyer Sozialreferat, FIM-Portal

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